Mai 14

Humanes Immundefizienz Virus und AIDS Erkrankung

Humanes Immundefizienz Virus und AIDS

HIV, das  Humane Immundefizienz-Virus, auf englisch human immunodeficiency virus, ist der Auslöser der Krankheit AIDS. Das HI Virus gehört zur Familie der Retroviren. Nach Ansteckung und langer Inkubationszeit entwickelt sich schließlich AIDS, mit den typischen Symptomen. Diese Immunschwächekrankheit ist derzeit noch unheilbar. HI Viren sind schwer übertragbar, meist durch Geschlechtsverkehr, jedoch sollte man in jedem Fall alle nötigen Vorkehrungen treffen.  Die beste Prävention ist und bleibt das Kondom.

In der Vergangenheit, noch vor dem neuen Jahrtausend, bedeutete AIDS ein langsamer und qualvoller Tod. Heutzutage kann man die Krankheit dank Virustatika lange hinauszögern, dazu muss man aber stets Therapietreu sein.Viele neue Arzneimittel stehen in de Pipeline, Impfungen werden getestet. Es bleibt zu hoffen, dass irgendwann die Krankheit in den Griff bekommen werden kann.

Ablauf der Infektion intrazelluläre Prozesse:

1.  Es fängt an mit dem  andocken der Virushülle an den CD4 Komplex der Zielzelle (Monozytäre oder T-Helferzelle) mit Hilfe von Viruseigenen Glykoproteinen
2.    nun erfolgt der zweite Haftpunkt auf die Zielzelle CCR5 (Ursache für genetisch bedingte Resistenzen) und CXCR4
3.    Ausfahren von Fusionsprotein zum Verschmelzen von Virushülle mit Zellmembran der Zielzelle.
4.    Reverse Transkriptase schreibt Virus RNA in DNA um
5.    Integrase integriert umgeschriebenes Virus DNA Fragment in Wirtsgenom
6.    Virale DNA steuert Produktion neuer Virus Proteine und viraler RNA

  • Reverse Transkriptase
  • Integrase
  • Strukturproteine

7.    Bildung als Polyproteine mit Myristinsäure am N-terminalen Ende zur Verankerung an der Innenseite des Plasmalemms der Wirtszelle.
8.    Betroffene Plasmalemmareale werden beim „Ausknospern“ als Hülle für den Viruspartikel mitgenommen.
9.    zu guter Letzt erfolgt die Zerteilung des Polyproteins durch im Polyprotein enthaltene Protease

Dieser Artikel zeigt nun eine Übersicht über die Möglichkeiten und Therapie alternativen für HIV Patienten:

Wirkstoffe und die Therapie

Hemmstoffe der Reversen Transkriptase
Nukleosidisch (Base mit abnormem Zucker werden durch Phosphorylierung aktiviert, erst als Triphosphate wirksam, p.o. Applikation)

  • Zidovudin – NW:    Leukopenie, Anämie                2x250mg p.o.
  • Stavudin - NW:   periphere Neuropathie                2x40mg p.o.
  • Didanosin - NW:   Pankreatitis, periphere Neuropathie        2x200mg p.o.
  • Lamivudin - NW:   rasche Resistenzentwicklung            2x150mg p.o.
  • Abacavir - NW:   Überempfindlichkeitsreaktionen, Lactacidose    2x300mg p.o.

Unterschiede im Mechanismus der Resistenzentwicklung, daher meistens Verwendung von 2 Vertretern dieser Gruppe In Kombination mit 1 nicht Nukleosidischem Hemmstoff oder 1-2 Protease Inhibitoren.

Nicht Nukleosidisch (aktive Hemmstoffe, keine Phosphorylierung notwendig)
Nevirapin - NW:   Exantheme, Leberschäden, CYP-Induktion    2x200mg p.o.
Efavirent   – NW:  Exantheme, ZNS-Symptome, CYP-Interalktion    1x600mg p.o.

Hemmstoffer der HIV-Protease

Verhindern die Spaltung des Inaktiven HIV-Vorläuferproteins und somit die Virusreifung. UAW:Hemmung von CYP-Enzymen, Kardiovaskuläre Nebenwirkungen, Übelkeit, Diarrhöe und bei Langzeitanwendung:   Umverteilung des Körperfetts, Metabolische Störungen Hyperlipidämie, Insulinresistenz, Hyperglykämie

  •         Saquinavir („abnormes Peptid“ schlechte Bioverfügbarkeit)
  •         Mit z.T. besserer Bioverfügbarkeit
  •         Ritonavir    CYP-Inhibitor (CYP3A) und Verstärker für andere Proteasen
  •         Indinavir
  •         Nelfinavir
  •         Amprenavir

Reserve Therapeutika

Maravirok
Blockierung des Chemokinrezeptor CCR5 (p.o. möglich) nur wenn ausschließlich CCR5 Bindestelle von Vieren verwendet.

Enfuvirtid (Peptid)
Blockade des Fusionsproteins durch Anlagerung und Verhinderung der Komformationsänderung

Raltegravir
Hemmung der viralen Integrase

Auswahl der Mittel

Ein gut liquorgängiges Pharmakon (Zidovudin oder Stavudin) dabei sollte das Nebenwirkungsprofil beachtet erden (nicht 2 Neuropathieauslösende). Aufgrund starker Resistenzentwicklung wird heute vornehmlich auf Proteaseinhibitoren verzichtet, stattdessen werden NNRTI eingesetzt.

Typische Kombination

  •     Zidovudin    NRTI
  •     Lamivudin    NRTI
  •     Efavirenz    NNRTI

weiteres folgt.

Mai 13

Pflege über 50 – Haushaltshilfen

Pflege über 50 – Haushaltshilfen aus Osteuropa eine Alternative?

Gerade bei uns im Westeuropa nimmt die Lebenserwartung dank  den rasanten medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritten in den letzten Jahren weiterhin  zu. Laut Weltbank lebt ein Durchschnitts-deutscher knapp 79,8 Jahre.  Frauen leben bekanntlich etwas länger. In naher Zukunft werden in unserer alternden Gesellschaft die Pflege und die Versorgung Älterer immer wichtiger.  Auch die Politik hat dieses Problem erkannt und will notwendige Maßnahmen ergreifen.  Das Rentenalter wurde bereits auf 67 Jahre erhöht. Experten sehen noch ein Spielraum nach oben und prophezeien  schon bald ein Rentenalter von 70 Jahren.

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Mai 06

Dyspeptische Beschwerden – Gastro Intestinaltrsakt, Magenbeschwerden

Dyspeptische Beschwerden – Gastrointestinaltrakt, Magenbeschwerden

Dyspeptische Beschwerden oder Magebeschwerden ist ein Sammelbegriff für einen Krankheitskomplex. Fast jeder Dritte in Deutschland klagt regelmäßig über Magenbeschwerden. Hier einmal verschiedene Begriffe, Ursachen und die Therapiemöglichkeiten

Gastritis, Magenentzündung – Ulcus ventriculi

Die Ursache für eine Gastritis ist die Schädigung der Magenschleimhaut aufgrund von Ungleichgewicht zwischen Schleimhautschutz und Produktion von Salzsäure. Vor allem Kaffee, Alkohol, scharfes Essen, Stress & unregelmäßige Lebensführung verschärfen eine Gastritis. Auch NSAID´s, also Nichtsteroidale Antirheumatika ind Ulcerogen. Grenzen der Selbstmedikation sind erreicht bei krampfartigen Schmerzen, Dauer über 14 Tage, Blutiges Erbrechen/ Stuhlgang und  Gewichtsverlust.

Therapie

Neutralisation der Säure

Antazida

  • Magaldrat – Al(OH)3 & Mg(OH)2
  • NaHCO3
    • Nebenwirkungen sind: Hypernatriämie à Bluthochdruck, Freisetzung CO2 im Magen (Aufstoßen, Bläh.)

Sucralfat

  • Basisches Al-Salz sulfatierter Saccharose
  • Bildet Neutralisierenden Film auf Schleimhautdefekten aus

Hemmung der Salzsäure-Produktion

Misoprostol

  • Halbsynthetisches Prostaglandin-Derivat
  • Fördert Schleimproduktion und vermindert die Säurebildung
  • Kaum Verwendung wegen NW: Bauchschmerzen, Diarrhöen, Menstr.-Stör., Weheninduktion
  • Kombination mit Diclofenac à Abmilderung der Schleimhautschädigung des Diclofenac´s

H2-Antihistaminika

  • Cimitidin, Ranitidin, Famotidin, Nizatidin, Roxatidin

Protonenpumpen-Hemmer

  • Kovalente Bindung an H+/K+-ATPase à irreversible Protonenpumpenhemmung
  • Omeprazol (nicht mit Clopidogrel [CYP2C19]), Pantoprazol
  • NW: Intestinale Beschwerden (Verdauung), selten Sehstörungen

 

Erkrannkungen des Magens wegen Bakterien und Eradikation des Helicobacter pylori

  • Tripeltherapie 1 Woche
  • Kombination: Omeprazol, Clarithromycin, Amoxicillin, (Alternativ: Metronidazol)
  • Falls durch Resistenz kein Erfolg erzielt wurde –>  Sequentialtherapie à 5 Tage *prazole + Amoxicilin à dann: 5 Tage *prazol + Clarithromycin + Metronidazol

Therapie einer Hypoazidität des Magensaftes

  • Mangel an Salzsäure – Verdauungsvorgang gestört – Motorik verlangsamt
  • Zufuhr von Säuren (Acidum hydrochloricum, Acidum citricum)
  • Gabe Proteinasen

Obstipation

Ursachen

  • „Moderne“ Ballaststoff-arme Ernährung
  • Verengung des Darmlumens (Tumor, Strikturen)
  • UAW durch Psychopharmaka, Antidepressiva, Opiate, Verapamil

Laxanzien

  • Füllungsperistaltik auslösende Stoffe
    • Quell- oder Ballaststoffe
    • Pflanzliche Fasern: Leinsamen
  • Osmotisch wirksame Laxantien
    • Glaubersalz, Bittersalz
    • Darmirritierende Laxantien
      • Dünndarm-irritierende Laxans
        • Rizinolsäure (Rizinusöl)
  • Dickdarm-irritierende Laxans
    • Anthrachinon-Derivate
    • Diphenolische Laxanzien (Bisacodyl – Dulcolax)
    • Chronischer Gebrauch à Gefahr Abhängigkeit, Hypokaliämie, Kolon-Atonie
    • Gleitmittel
      • Paraffinum Subliquidum
        • Gefahr: Fremdkörperreaktionen in der Lunge
  • Natrium-dioctyl-sulfosuccinat (Docusat)

Gastrointestinale Prokinetika

Arzneimittel, welche die Passage von Nahrungsbrei durch den Verdauungstrakt beschleunigen

  • Metoclopramid (MCP) [ analog: Bromoprid ]
    • D2-Rezeptor-Antagonisten
    • NW: Extrampyrimidale Störungen
    • Domperidon
      • D2-Rezeptor-Antagonisten
      • Keine EPS, da ZNS nicht erreicht wird
      • Motilin
        • Motilin-Rezeptoren auf Neuronen im Darm / körpereigenes Peptidhormon

Durchfall; Diarrhö

Ursachen: Gestörte Funktion des Darmepithels aufgrund von Entzündlichen Veränderungen oder Bakterientoxinen (Hemmung Na-Cl-Co-Transporter aber Na-Glucose-Transporter bleibt Fkt.fähig)

  • Loperamid
    • Nicht zentral-gängiges Opioid (keine ZNS-Wirkung)
    • Nicht bei Kindern unter 2 Jahren
    • Steigert Pendelbewegung und senkt Propulsivmotorik
    • Racecadotril
      • Enkephalinase-Hemmstoff à Körpereigene Opioide wirken länger
      • Auch bei Kindern/Säuglingen zugelassen
      • Orale Rehydrations-Lösung
        • NaCl + Glucose + Wasser

Morbus Crohn – Colitis Ulcerosa

Chronische Entzündungen der Darmwand

  • Durchfall, häufige Defäkation, Blut- und Schleimbeimengungen, Ulceration, Schmerzen, schlechtes Allgemeinbefinden)
  • Verläuft in Schüben, verschiedene Schweregrade à bis zum toxischen Colon
  • Therapie akut: Corticoide (Budesonid), 5-Amino-Salicysäure, Immunsuppressiva, monoklonale Ab TNF-alpha
  • Intervall-Therapie: Mesalacin (5-Amino-Salicylsäure), Sulfasalazin (Vorstufe davon)à Targeting weil von Darmbakt. zersetzt

 

Quellen:

Pharmakologie und Toxikologie; Mohr, Lüllmann

Klinische Pharmazie Seminar in der Universität Bonn

Mai 03

Online Apotheken

Medikamente bei Online-Apotheken

 

Seit 2004 ist der Versandhandel mit Arzneimitteln, sowohl freiverkäufliche, apothekenpflichtige und rezeptpflichtige in Deutschland erlaubt. Auch in vielen anderen Ländern in der Europäischen Union ist der Versandhandel gestattet, jedoch ist in einigen Ländern der Versand von rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht erlaubt. Deutschland ist in dieser Hinsicht  etwas liberaler eingestellt.  Die Selbstmedikation, also die Eigenbehandlung mit Arzneimitteln, nimmt in unserer alternden Gesellschaft immer größer an Bedeutung. Doch oft, vielleicht sogar immer, ist es für den Otto Normal Bürger nicht erkennbar welches Medikament er für welche Beschwerden genau einsetzen soll. Auch sollte man es vermeiden bei jeder kleinen Beschwerde zahlreiche Medikamenten einzunehmen, ohne dabei auf die genaue Dosierung zu achten. Man sollte sich auf der therapeutischen Breite bewegen, deshalb gibt es auch den Berühmten Satz: [...] Lesen Sie die Packungbeilage, fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker”.

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Apr 27

Bett: Deutsche sind sehr experimentierfreudig

Bett:  Deutsche sind sehr experimentierfreudig

 

Sind eigentlich alle Deutsche sind prüde und langweilig im Bett? Weit gefehlt, ist hier die richtige Antwort auf diese Frage! Die Online Community JOYclub.de  hat eine repräsentative Online Umfrage, mit über 5000 Teilnehmern,  im Bezug auf das Sexualverhalten der Deutschen und ihren beliebtesten Stellungen durchgeführt und kürzlich veröffentlicht. Laut dieser Umfrage sind wir Deutsche im Bett sehr experimentfreudig, kreativ  und das Gegenteil von langweilig. Mindestens zwei bis drei Stellungen während des Liebesaktes seien bundesweit die Norm. Knapp 69 Prozent fanden Sex ohne Stellungswechsel langweilig und waren der Ansicht, dass es beim “Ausprobieren” keine Grenzen geben sollte. Die Beste Bewertung, bei den beliebtesten Stellungen bekam Doggy Style mit 31 Prozent, gefolgt von der Reiterstellung, 16 Prozent. Die Missionarsstellung erlangte immerhin 9 Prozent einen ansehnlichen dritten Platz. Die „Liebesschaukel“  schnitt mit einem Ergebnis mit 0 Prozent sehr miserabel ab.

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Feb 22

Saure und quantitative Extraktion von Chinaalkaloiden aus Cinchonae cortex

Saure und quantitative Extraktion von Chinaalkaloiden aus Cinchonae cortex

Es sollen die Chinaalkaloide von Cinchonae cortex auf  saurem und alkalischem Weg gewonnen werden. Anschließend werden sie quantitativ und semi-quantitativ bestimmt. Aus den gewonnenen Ergebnissen soll eine Beurteilung der verwendeten Methoden und der Qualität der Droge abgeleitet werden.

Stammpflanze und Steckbrief der Chinarinde: Cinchonae cortex

  • Stammpflanze: Cinchona pubescens VAHL
  • Familie: Rubiaceae,
  • Inhalsstoffe: Chinarinde enthält mind. 6,5% Alkaloide; Hauptalkaloide: Chinin (0,8-4%), Cinchonin (1,5-3%), Cinchonidin (1,5-5%) und Chinidin (0,02-4%); Triterpenglykoside und Catechingerbstoffe.
  • Anwendungen: Doge und Drogenextrakte werden als Bittermittel zur Appetitanregung verwendet

 Chinin:

  • wirkt spasmolytisch, infolge kompetitiver Hemmung von Acetylcholin an den neuromuskulären Verbindungsstellen; wirksam bei Muskelkrämpfen.
  • wird eingesetzt bei Malaria als Protoplasmagift gegen die ungeschlechtliche Formen von Plamodium falciparum und verhindert die Fieberanfälle

Chinidin

  • Wirkt antiarrhythmisch durch Hemmung des Natriumtransportsystems der Zellmembran des Herzmuskels und Angriff am Parasympatikus.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

Es ergab sich ein Gesamtalkaloidgehalt von 0,2082% bei der alkalischen Extraktion , 0,14% bei der sauren Extraktion des FAM und 0,0919% bei der sauren Extraktion der Droge. Dies entsprach nicht den Anforderungen des EuAB 97, welches einen Mindestgehalt von 6,5% fordert. Der Anteil des Chinin am Alkaloidgehalt betrug im Alkalischen 62,53%, bei dem FAM im Sauren 92,14% und der Droge im sauren 39,28%. Nur die Droge mit der sauren Extraktion entsprach den Richtlinien des EuAB 97, da es einen Höchstgehalt von 60% zulässt, alle anderen lagen höher. Eine semiquantitative Auswertung der DC war nicht möglich, da die Fließeigenschaft der Platte ziemlich schlecht war. Man konnte nur die 4 intensiven blau fluoreszierenden Zonen der Hauptalkaloide Chinin (hellblau), Cinchonin (violett), Chinidin (hellblau) und Cinchonidin (violett) der Probenlösungen erkennen, von denen die Chininzone am intensivsten und größten erschien.

Bewertung und Diskussion:


Die Auswertung ergab, dass die alkalische Extraktion eine wesentlich höhere Ausbeute an Chinaalkaloiden aufwies als die saure. Diese Feststellung bezieht sich nur auf die Droge, da vom FAM nur die saure Extraktion vorgenommen wurde.

Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass die Gerbstoffe und die Alkaloide in getrennten Vakuolen in der Pflanze vorliegen. Da man lange davon ausgegangen war, dass die Alkaloide bereits in der Droge an Gerbstoff „gebunden“ seien, wurde früher versucht, durch Kochen mit starken Säuren oder durch Verwendung von Lösungsmitteln, in denen zwar die Alkaloidsalze, aber nicht die Gerbstoffe löslich waren (z.B. Alkaloidformiate in Tetrahydrofuran) die Komplexe zu zerlegen.

- Phyto-Skript, Sommersemester

- Arbeitsunterlagen zum Praktikum Pharmazeutische Biologie II

 

Feb 09

Schmerzen und Selbstmedikation

Der Schmerz ist eine Sinneswahrnehmung mit ein komplex von weitreichenden Mechanismen im Körper. Die Intensität reicht von unangenehm bis unerträglich. Sie haben die Funktioneines Warnsignales. Dabei gibt es akute, wie z.B.: Zahnschmerzen, aber auch chronische Schmerzen.

In jedem Fall sollte der Apotheker oder der Arzt hinzugezogen werden. Im folgenden nun Informationen über die Möglichkeiten der Selbstmedikation in der Schmerztherapie.

Schmerzmittel in der Selbstmedikation

NSAR: Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR): (Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen), Paracetamol, Phenazon und Propyphenazon.

Wirkstoff Handelsname Einzeldosis [mg] Dosis [mg/Tag]
ASS= Acetylsalicylsäure Aspirin® 50, 75, 100, 250, 300, 400, 500 500-3000
Diclofenac Voltaren®, Diclac® 12,5, 25 25-150
Ibuprofen Dolormin®, Tussamag®, Aktren®, Advel®, Nurofen®, Spalt liqua® 200, 400 400-2400
Naproxen Dolormin® für Frauen, Alacetan®, Aleve® 200, 250 200-750
Paracetamol Ben-u-ron®, Captin® 500,1000 500-4000
Phenazon Migränin®, Eu-Med® 500 500-3000
Propyphenazon
ASS + Paracetamol + Coffein Thomapyrin®, Neuralgin® 250/200/50 250/200/50 – 3000/1800/300
ASS + Coffein Aspirin® forte, Doppel Spalt® 500/50 500/50 – 1500/150

 

Feb 05

Mykosen und Pilzerkrankungen bei Mensch und Tier

Mykosen sind diverse Erkrankungen bei Menschen und Tieren, die pathogene Pilzen hervorgerufen werden. Sie können dabei überall im Körper auftreten. Viele versuchen die Pilze auf der Haut zunächst selbst zu behandeln, jedoch bleibt am Ende der Gang in die Apotheke oder Arztpraxis nicht erspart.

Einteilung

Man unterscheidet zwischen Oberflächlichen- sowie Systemischen Mykosen. Oberflächliche Mykosen betreffen meistens die Haut bzw Schleimhäute. Einige Beispiele sind Dermatophytosen, Haut-/ Mund- und Vagina-Candidamykosen. Die Systemischen Mykosen sind viel gefährlicher und verteilen mit ihren Sporen im Blut und befallen innere Organe. Ursache hierfür sind hauptsächlich eine geschwächte Immunabwehr.

Therapie + Handelsnamen

Für die Therapie gibt es vielerlei Möglichkeiten, da die Pilze eigene Struktur haben und ihr Aufbau der Zellen von den menschlichen Zellen wesentlich unterschiedet. So hat man viele Werkzeuge um die Pilzzellen anzugreifen ohne dabei den Menschen zu belasten.

    • Clotrimazol 1% als Creme/Spary/Puder; Anwendungsdauer ist 4 Wochen (Canesten)
    • Bifonazol 1% als Gel/Creme/Lösung/Puder; Anwendungsdauer 3 Wochen (Canesten extra)
    • Terbinafin; Creme/Lösung/Tabletten (Lamisil oder Terbinafin HEXAL) Anwendungsdauer 1x täglich über 7 Tage
    • Lamisil once: 1x Anwendung

Zusatzhinweise und Empfehlungen

Als Prophylaxe sind Kalte Füße zu vermeiden und Strümpfe aus Baumwolle zu tragen. Die Strümpfe sollte man täglich wechseln und möglichst heißer als 60°C waschen oder ein desinfizierendes Waschmittel verwenden. Fußzwischenräume sollten trocken geföhnt werden und  Fußbäder mit Kaliumpermanganat oder anderen Desinfizierenden Mitteln  bhandelt werden.

Spezielle Therapie bei Nagelpilzen

Nagelpilze werden etwas anders therapiert. Hier einmal die Übersicht und Möglichkeiten

    • Ciclopirox (Nagel-Batrafen) Anwendungsdauer 6 Monate
      • 1. Monat: jeden 2. Tag auftragen
      • 2. Monat: 2x wöchentlich
      • 3. Monat: 1x wöchentlich
    • Canestenextra Nagelset: Bifonazol 1% (Harnstoff 40%)
      • 2 Phasen: 2 Wochen: Aufweichung des Nagels; 4 Wochen: Pilzbehandlung
    • Amorolfin (Loceryl Nagellack)
      • Aufrauhen des Nagels mittels Einwegnagelfeile, dann Nagellack auftragen und nach einer Woche erneuern
      • Anwendungsdauer: 6-7 Monate

Therapiemöglichkeiten bei Vaginalmykosen

Goldstandart ist die Kombination mit Clotrimazol Zäpfen und die Salbe. Syptome einer Vaginalmykose sind: Juckreiz im Genitalbereich, weißlicher Ausfluss, Rötung und Schwellung der Schleimhäute

    • Clotrimazol (Cadefungin oder Canesten) 1%; Kombi aus Tablette und Creme à Tablette vor dem Schlafen gehen tief einführen, Creme 2-3x täglich auftragen
    • Möglichkeiten zur Wiederherstellung der gesunden Vaginalflora:
      • Gynoflor Tabletten: enthält Milchsäurebakterien
      • Intimwaschlotion verwenden, übertriebene Hygiene meiden

Ratschläge zur Ernährung für die Unterstützung der Therapie

Man sollte Ballstoffreiche und und Zuckerarme Ernährung bevorzugen.

Was tun damit der Pilz nicht nochmal kommt ?

Die Behandlungsdauer sollte auch dann fortgesetzt werden, wenn eine Besserung eingetroffen ist. Also die Therapie nie mittendrin unterbrechen.
Eine Partnerbehandlung wäre sinnvoll auch sollte eine Intimwaschotion verwendet werden.

 

Quellen:

Pharmakologie und Toxikologie; Mohr, Lüllmann

Klinische Pharmazie Seminar in der Universität Bonn

Jan 18

Morbus Parkinson Krankheit und Therapie

Morbus Parkinson Krankheit und Therapie

Die Morbus Parkinson Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung. Der prominenteste Parkinson Patienten ist die US Boxlegende Muhammad Ali. Im Laufe der Zeit sterben im Gehirn, in der Substantia nigra dopamnierge Rezeptoren ab,  der so herbeigeführte Mangel an Dopamin führt dann schließlich zu den Symptomen dieser Krankheit, welche auch unter dem Namen der “Schüttellähmung” bekannt ist.  Im Moment ist nur eine symptomatische Therapie möglich. Allerdings kann man, dank der voranschreitenden Forschung, die Krankheit stark hinauszögern und viele neue Arzneimittel stehen in der Pipeline. Bleiben Sie ihre Therapie treu und bleiben Sie am Ball. Fragen sie regelmäßig Ihren Apotheker oder Arzt um  Neuigkeiten in diesem Bereich.

Symptome der Krankheit die sogenannte Symptomtrias

  •   Tremor  (Zittern)
  •   Rigor (Muskelsteifigkeit)
  •   Akinese (Bewegungsarmut)

Die verminderte Aktivität dopaminerger Neurone führt vor allem zur  Akinese. Und die verstärkte Aktivität cholinerger Interneurone  zu  Rigor und Tremor.

Dopamin ist ein wichtiges Biogenes Amin und wird gebildet  aus Tyrosin. Dieser Neurotransmitter ist aufgrund ihrer Polarität nicht Blut-Hirn-Schranke gängig.

Im Nachfolgenden sind derzeitige Therapiemöglichkeiten aufgelistet.

Neurodegenerative Erkrankung besonders im Bereich der dopaminergen Neurone der Basalganglien (Schüttellähmung) die symptomatische Therapie:

 

Medikamentöse Therapie
Eine Möglichkeit ist die Steigerung der zentralen Dopaminkonzentration. Mit Levodapa (L-Dihydroxy-phenylalanin). Levodopa ist bei älteren Patienten der GOLDSTANDARD. Levodopa ist Blut-Hirn-Schranke Gängig und wird zusammen mit Dopa-Decarboxylaseinhibitoren angewendet (Vermindert Levodopa Abbau vor der BHS).
•    Carbidopa (Nacom® Komb. mit L-Dopa)
•    Benserazid (Medopar® Komb. mit L-Dopa)
COMT-Hemmstoffe (Catechol-O-Methyltransferase) [OH-Gruppen]
Entacapon (Comtess®)  ist ein peripherer COMT-Inhibitor und verhindert so den Abbau von Dopamin und Levodopa

  • Komb. + Carbidopa + L-Dopa
  • NW: Rotfärbung Urin

Tolcapon (Tasmar®) ist im gegensatz zu Entacapon auch ein zentraler und peripherer COMT-I.

  •  Lebertoxizität (strenge Überwachung)
  • Stark wirksam

MAO-Inhibitoren (Mono-Amino-Oxidasen) enzymatischer Abbau von Dopamin
MAO-A befindet sich in der Körperperipherie
•    Moclobemid (MAO A selektiv)
o    Ind: Depression + Antriebslosigkeit
•    Traylcypromin (MAO A unselektiv & irreversibel)
o    NW: Gefahr hypertone Krisen
MAO-B = Corpus striatum
•    Selegilin (Antiparkin) irreversibel, selektiv
o    Abbau zu Metamphetamin, deshalb hier die Empfehlung die Einnahme bis Mittag)
•    Rasagilin (Azilect) irreversibel, selektiv
o    Dopaminerge Agonisten (1.Wahl bei Patienten unter 70 Jahre)
Pharmakokinetik: verzögerter Wirkeintritt, längere HWZ (oft Komb. mit L-Dopa)
NW: Somnolenz (Benommenheit, Schläfrigkeit)
Lysergsäure-Derivate ( Mutterkorn Alkaloide) – Ableitung von Mutterkornpilz Claviceps purpurea

  • Bromcriptin, Lisurid, Cabergolin
  • sind alle D2-Rezeptoragonisten
  •  Kontraindikation: Herzklappenveränderung
  • Bromocriptin hemmt auch die Prolaktinfreisetzung und wird bei Abstillen eingesetzt

Nicht- Lysergsäure-Derivate

  • Ableitung nicht von Mutternkornalkaloiden
  • Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin, Piribedil
  •  D2-Rezeptoragonismus
  • Rotigotin auch als TTS  weniger Fluktuationen

Apomorphin – D2-Rezeptor-Agonist – breites Anwendungsgebiet

  • Reservemittel bei akinetischen Krisen
  • Antiemetische Begleitmedikation
  • Emetikum bei Vergiftungen
  • Bei Erektiler Dysfunktion

Verringerung der zentralen Acetylcholin-Konzentration

  • Muskarin-Rezeptor-Antagonisten
  • Atropin-Derivate: Benzatropin, Biperiden, Trihexyphenidyl, Metixen
  • Wirkung v.a. gg. Tremor und Rigor
  • NW: wie alle Parasympatholytika  Obstipation, Mundtrockenheit usw.

Verringerung der zentralen Glutamat-Konzentration

  • NMDA-Rezeptor-Antagonisten (N-Methyl-D-Aspartat) Liganden gest. Ionenkanal
  • Bei leichten Symptomen oder Komb. zu L-Dopa
  • Reservemittel bei akinetischen Krisen

Amantadin (PK-Merz®), hier ist eine EKG-Kontrolle notwendig

  • Budipin (Parkinsan) Nicht kompetetiver NMDA-Rezeptor-Antagonist
  • EKG-Kontrollen, CYP 2D6 Interaktionen
  • Nur nach strenger Indikationstellung

Nicht medikamentöse Therapie

  • Tiefe Hirn-Stimulation
  • Komplexer operativer Eingriff – Elektroden über Bohrloch einführen
  • Implantierung Impuls-Generator  Drahtverbindung
  • Reversible Hirnstimulation für 3-7 Jahre

 

Quellen:

  • Professor Mohr Pharmakologie Vorlesung Universität Bonn
  • Taschenatlas Pharmakologie: Heinz Lüllmann Klaus Mohr Lutz Hein

Jan 16

Antineoplastische Pharmaka (Zytostatika)

Antineoplastische Pharmaka (Zytostatika)

Ein Tumor bzw.  eine Neoplasie, ist die Bezeichnung  für Neubildung von Körpergewebe. Es gibt gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Neoplasien. Der maligne Tumor ist der Auslöser für die Krankheit Krebs.

Problem der Bekämpfung der Tumoren
Viren, Bakterien oder Pilze kann man heutzutage, sehr effektiv, aufgrund ihrer unterschiedlichen Bauweisen und Bestandteile bis zur Kompletten Heilung bekämpfen. Natürlich kommt es im Einzelfall auf den Erreger an. Die Krankheit AIDS, welches ausgelöst wird vom HI Virus,  ist bis zum heutigen Tag nicht heilbar, jedoch stark verzögerbar. (Siehe HIV Artikel)
Die Schwierigkeit beim bekämpfen von Krebs liegt darin, dass man die Eigenen Körperzellen bekämpfen muss, die sich im Aufbau und Bestandteilen nahezu identisch sind. Es ist also für das eingesetzte Medikament schwer, gesunde und kranke Körpereigene Zellen zu unterscheiden.
Wie entsteht nun Krebs?
Jeder Mensch hat Protoonkogene – bisher sind mehr als 100 bekannt.  Protoonkogene sind Genabschnitte, die z.B.: für das Zellwachstum, die Zellteilung und Zelldifferenzierung zuständig sind. Durch schädliche Einflüsse, wie z.B.:  onkogene Viren, chemische Kanzirogene oder ionisierte Strahlung, entwickeln sich Protoonkogene, durch z.B: Mutation, zu Onkogenen, die eigentlichen Krebsgene. Bei den  nicht viel von den restlichen gesunden Zellen im Organismus unterscheiden.
Stand der Wissenschaft
Krebs ist heute nicht mehr unbedingt gleich ein Todesurteil. Es kommt vor allem auf das Stadium und Ort des Tumors an, deshalb ist eine Früherkennung viel wichtiger und effektiver als die

Erfreulicher Weise hat sich die Krebsforschung in den letzten Jahren sehr gut entwickelt.  Man kann zwar heute noch nicht alle Krebsarten heilen, aber zumindest die Progression, also das voranschreiten der Krankheit stark verlangsamen. Dank der immensen Fortschritte in der Forschung hat sich die Lebenserwartung  für Krebspatienten entwickelt sich die Krebsforschung fast exponentiell. Das erfreuliche ist, dass sich die Krebsforschung in den letzten Jahren immens bekannt als Krebs. Er verhält sich sehr asozial. Damit die Krebszellen weiter wachsen können, brauchen sie mehr Nährstoffe und vor allem Sauerstoff. Er infiltriert, zerstört und metastasiert gesundes Gewebe und klaut dessen Nährstoffe und Sauerstoff.

Antineoplastika sollen vor allem das weiterwachsen von malignen Tumore durch verschiedene Wirkmechanismen verhindern.

Wie ensteht Krebs?
Von Protoonkogenen zu Onkgenen

Tumorgewebe dringt zerstörend in das gesunde Nachbargewebe ein

Die Schwierigkeit bei der Behandlung von Krebs liegt nun darin, das

Zytostatika = Zellschädigende zytotoxische Substanzen –> Target Zellteilung (Mitose) anstrebende Zellen –> rasch teilende bösartige Zellen bevorzugt

–>Proliferation gebremst / Apoptose Einleitung
Kurative Therapie
•    Beseitigung aller maligner Zellen
•    Therapiebedingte NW werden in Kauf genommen
•    Wohlbefinden des Patienten wird in Hintergrund gerückt
Palliative Therapie
•    Wachstum der malignen Zellen bremsen
•    Leben des Patienten verlängern
–> Anstreben von hoher Funktionsfähigkeit und hoher Lebensqualität
NW
•    Haarausfall (Haarfolikel-Zellen)
•    Magen-Darm-Störungen (Diarrhoe) –> Tod der Darmepithel-Zellen
•    Übelkeit, Erbrechen (Erregung der Chemorezeptoren der Area postrema)
•    Infektionsneigung durch geschwächtes Immunsystem
•    Knochenmarksdepression (Nachlieferung der Blutzellen gestört)
Granulozyten (kurzlebig) –>Thrombozyten –>Erythrozyten (Anämie)
•    Unfruchtbarkeit (Unterdrückung Spermatogenese)
•    Mutagene Wirkung (DNA-Stoffwechsel gestört –> Erbgut)

Therapievarianten
Kombinationstherapie: Steigerung von Wirksamkeit/Verträglichkeit –> komplexe Therapieschemata
•    Alkylantien
o    Cyclophosphamid, Chlorambucil (N-LOST-Derivate)
–>   Übertragung von Alkyresten auf kovalente Bindung der DNA –> Überbrückung der DNA-Reste unter Cl—Abspaltung –> Ablesen unmöglich
–>   NW Busulfan: Lungenschädigung
–>     NW Cyclophosphamid: Acrolein-Bildung –> Schleimhaut Schädigung Harnblase –> MESNA-Zugabe
•    Platin-Verbindungen
o    Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin
–>     Quervernetzung der DNA durch Bindung mit Adenin und Guanin
•    Antimetaboliten – Einschleusung falscher Bausteine
–>     Hemmung DNA/RNA-Synthese oder Einbau falscher Nucleinsäuren
o    Falsche Basen –> 5-Fluorouracil, 6-Mercaptopurin
o    Falsche Zucker –> Cytarabin, Gemcitabin

•    Mitose-Hemmstoffe (Spindelgifte) –> Schädigung der Mitosespindel (zieht verdoppelte Chromosomen auseinander, bevor Zelle sich teilt)
o    Palitaxel [Taxoide] (Eibe)
–>     Hemmt Abbau der Mikrotubuli –> behindert Wiederverwertung
–>     Docetaxel = halbsynthetisches Taxoides Derivat
o    Vinca-Alkaloide –> Vincristin, Vinblastin
–>     Hemmung der Polymerisation der Tubulin-Bausteine zu Mikrotubuli, also dem Spindelapparat
•    Topoisomerase-Hemmstoffe
o    Etoposid, Tenoposid
–>    Interaktion mit Topoisomerase II (spaltet, lagert um, verschließt DNA) –> Hemmung des Wiederverschlusses –> Strangbrüche

•    Dihydrofolsäure-Reduktase Hemmung (hemmt Bildung von THF –> von Purin-Basen)
o    Methotrexat

•    Zytostatische Antibiotika – Bleomycin, Daunorubicin, Doxorubicin
o    Einlagerung in DNA-Doppelstrang –> Strangbrüche

•    Target Drugs – Signalwege der Zellproliferation – Angriff spez. Stoffwechseleigenschaften
Tyrosikinase-Rezeptor Hemmer (*nib´s)
o    Sunitnib –> Sunitinib hemmt verschiedene Rezeptor-Tyrosinkinasen (Phosphat-Übertragung –> Zellwachstum) (z.B. VEGF). Diese Rezeptoren werden mit dem Tumorwachstum und der Entwicklung von Metastasen bei Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. –> Indikation: Nierenzellkarzinom
o    Imatinib –> CML = chronische myeloische Leukämie (gentischer Defekt Stammzellen)
–>     Philadelphia-Chromosom (Austausch) –> Bildung spez. Tyrosinkinase-Mutante –> Imatinib greift besonders diese Tyrosinkinase-Variante an
Monoklonale Antikörper (*mab´s)
o    Interaktion mit CD-Oberflächenantigenen
–>    Spezifischer Angriff an CD-Oberflächenproteinen vom Tumor
–>    Rituximab, Alemtuzumab, 90 Y-Ibritiumomab-Tiuxetan, Gemtuzumab
o    Hemmung der Angiogenese
–>    Neoplastisches Gewebe benötigt Blutversorgung –> Hemmung bei der Bildung neuer Blutgefäße
–>     Bevacizumab –> Angiogenese-Inhibitor (Darm-Brustkrebs – Koloncarzinom)
Angiogenese aber wichtig für Reparationsvorgänge
–>  NW: Magen-Darm-Perforation, Blutung …
o    Hemmung von Wachstumssignalen
–>     Trastuzumab, Cetuximab
–>    Rezeptoren von Wachstumsfaktoren wie HER2/EGFR werden blockiert
–>     Trastuzumab –> monoklonaler Antikörper
HER2 Angriff – Mamma-Karzinom
Rezeptorblockade – Signaltransduktion gehemmt

Mechanismen der Zytostatika-Resistenz
•    Verminderung der zellulären Aufnahme – z.B. verminderte Synthese Transportproteins
•    Steigerung des Auswärtstransportes – z.B. des p-Glykoproteins
•    Abnahme der Bioaktivierung einer Vorstufe
•    Veränderung des Wirkortes – z.B. gesteigerte DHF-Reduktase Produktion
•    Reparaturmechanismen verbessert – z.B. bei Interkalans Cisplatin
•    Hemmung der Apoptose durch zelluläre Mechanismen

Supportivtherapie
Ziel:    Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität des Patienten während und nach der Therapie

Abb. 1 Häufige UAW in der Tumortherapie (nach Jaehde et al.)

Antiemetische Therapie

Abb. 2 Auslösen von Erbrechen (nach Mohr et al.)

Emetogenes Potential    Chemotherapie    Radiotherapie
Akute Emesis    Verzögerte Emesis
Hoch    Ondansetron Serotonin-Antagonisten (5-HT3 spezifisch)
Dexamethason Glucocorticoid
Aprepitant Substanz-P (Neurokinine)-Antagonisten    Dexamethason Glucocorticoid
Aprepitant Substanz-P (Neurokinine)-Antagonisten    Ondansetron Serotonin-Antagonisten (5-HT3 spezifisch)
Dexamethason Glucocorticoid

Moderat    Ondansetron Serotonin-Antagonisten (5-HT3 spezifisch)
Dexamethason Glucocorticoid    Dexamethason Glucocorticoid
oder
Ondansetron Serotonin-Antagonisten (5-HT3 spezifisch)    Ondansetron Serotonin-Antagonisten (5-HT3 spezifisch)

Gering            Ondansetron Serotonin-Antagonisten (5-HT3 spezifisch)
bei Bedarf

Mucositis
Entzündung und Ulzeration der Schleimhäute in Mund, Rachen und Magen-Darm-Trakt

Prophylaxe
Palifermin (bei Hochdosistherapie)

Benzydamin (bei Radiotherapie von Kopf-Hals-Tumoren)
Antiinflammatorisch (z.B. Hemmung der TNF-α-Produktion)

Kryotherapie (bei Bolus-Fluorouracil)

Mundpflegeprogramme mit Patientenschulung

Therapie
Schmerzlinderung (Lokalanästhetika)
Lokale antimykotische Therapie (Amphotericin B, Nystatin)

Fatigue-Syndrom
Symptomkomplex mit Müdigkeit und Erschöpfung bei Tumorerkrankungen mit physischer, psychischer und sozialer Dimension.

Medikamentöse Therapie
Erythropoetin (bei Anämie)
Antidepressive (bei Depressionen)
Sedativa (bei Schlafstörungen)
Schmerztherapie
Psychostimulantien, z.B. Methylphenidat

 

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