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Mai 06

Dyspeptische Beschwerden – Gastro Intestinaltrsakt, Magenbeschwerden

Dyspeptische Beschwerden – Gastrointestinaltrakt, Magenbeschwerden

Dyspeptische Beschwerden oder Magebeschwerden ist ein Sammelbegriff für einen Krankheitskomplex. Fast jeder Dritte in Deutschland klagt regelmäßig über Magenbeschwerden. Hier einmal verschiedene Begriffe, Ursachen und die Therapiemöglichkeiten

Gastritis, Magenentzündung – Ulcus ventriculi

Die Ursache für eine Gastritis ist die Schädigung der Magenschleimhaut aufgrund von Ungleichgewicht zwischen Schleimhautschutz und Produktion von Salzsäure. Vor allem Kaffee, Alkohol, scharfes Essen, Stress & unregelmäßige Lebensführung verschärfen eine Gastritis. Auch NSAID´s, also Nichtsteroidale Antirheumatika ind Ulcerogen. Grenzen der Selbstmedikation sind erreicht bei krampfartigen Schmerzen, Dauer über 14 Tage, Blutiges Erbrechen/ Stuhlgang und  Gewichtsverlust.

Therapie

Neutralisation der Säure

Antazida

  • Magaldrat – Al(OH)3 & Mg(OH)2
  • NaHCO3
    • Nebenwirkungen sind: Hypernatriämie à Bluthochdruck, Freisetzung CO2 im Magen (Aufstoßen, Bläh.)

Sucralfat

  • Basisches Al-Salz sulfatierter Saccharose
  • Bildet Neutralisierenden Film auf Schleimhautdefekten aus

Hemmung der Salzsäure-Produktion

Misoprostol

  • Halbsynthetisches Prostaglandin-Derivat
  • Fördert Schleimproduktion und vermindert die Säurebildung
  • Kaum Verwendung wegen NW: Bauchschmerzen, Diarrhöen, Menstr.-Stör., Weheninduktion
  • Kombination mit Diclofenac à Abmilderung der Schleimhautschädigung des Diclofenac´s

H2-Antihistaminika

  • Cimitidin, Ranitidin, Famotidin, Nizatidin, Roxatidin

Protonenpumpen-Hemmer

  • Kovalente Bindung an H+/K+-ATPase à irreversible Protonenpumpenhemmung
  • Omeprazol (nicht mit Clopidogrel [CYP2C19]), Pantoprazol
  • NW: Intestinale Beschwerden (Verdauung), selten Sehstörungen

 

Erkrannkungen des Magens wegen Bakterien und Eradikation des Helicobacter pylori

  • Tripeltherapie 1 Woche
  • Kombination: Omeprazol, Clarithromycin, Amoxicillin, (Alternativ: Metronidazol)
  • Falls durch Resistenz kein Erfolg erzielt wurde –>  Sequentialtherapie à 5 Tage *prazole + Amoxicilin à dann: 5 Tage *prazol + Clarithromycin + Metronidazol

Therapie einer Hypoazidität des Magensaftes

  • Mangel an Salzsäure – Verdauungsvorgang gestört – Motorik verlangsamt
  • Zufuhr von Säuren (Acidum hydrochloricum, Acidum citricum)
  • Gabe Proteinasen

Obstipation

Ursachen

  • „Moderne“ Ballaststoff-arme Ernährung
  • Verengung des Darmlumens (Tumor, Strikturen)
  • UAW durch Psychopharmaka, Antidepressiva, Opiate, Verapamil

Laxanzien

  • Füllungsperistaltik auslösende Stoffe
    • Quell- oder Ballaststoffe
    • Pflanzliche Fasern: Leinsamen
  • Osmotisch wirksame Laxantien
    • Glaubersalz, Bittersalz
    • Darmirritierende Laxantien
      • Dünndarm-irritierende Laxans
        • Rizinolsäure (Rizinusöl)
  • Dickdarm-irritierende Laxans
    • Anthrachinon-Derivate
    • Diphenolische Laxanzien (Bisacodyl – Dulcolax)
    • Chronischer Gebrauch à Gefahr Abhängigkeit, Hypokaliämie, Kolon-Atonie
    • Gleitmittel
      • Paraffinum Subliquidum
        • Gefahr: Fremdkörperreaktionen in der Lunge
  • Natrium-dioctyl-sulfosuccinat (Docusat)

Gastrointestinale Prokinetika

Arzneimittel, welche die Passage von Nahrungsbrei durch den Verdauungstrakt beschleunigen

  • Metoclopramid (MCP) [ analog: Bromoprid ]
    • D2-Rezeptor-Antagonisten
    • NW: Extrampyrimidale Störungen
    • Domperidon
      • D2-Rezeptor-Antagonisten
      • Keine EPS, da ZNS nicht erreicht wird
      • Motilin
        • Motilin-Rezeptoren auf Neuronen im Darm / körpereigenes Peptidhormon

Durchfall; Diarrhö

Ursachen: Gestörte Funktion des Darmepithels aufgrund von Entzündlichen Veränderungen oder Bakterientoxinen (Hemmung Na-Cl-Co-Transporter aber Na-Glucose-Transporter bleibt Fkt.fähig)

  • Loperamid
    • Nicht zentral-gängiges Opioid (keine ZNS-Wirkung)
    • Nicht bei Kindern unter 2 Jahren
    • Steigert Pendelbewegung und senkt Propulsivmotorik
    • Racecadotril
      • Enkephalinase-Hemmstoff à Körpereigene Opioide wirken länger
      • Auch bei Kindern/Säuglingen zugelassen
      • Orale Rehydrations-Lösung
        • NaCl + Glucose + Wasser

Morbus Crohn – Colitis Ulcerosa

Chronische Entzündungen der Darmwand

  • Durchfall, häufige Defäkation, Blut- und Schleimbeimengungen, Ulceration, Schmerzen, schlechtes Allgemeinbefinden)
  • Verläuft in Schüben, verschiedene Schweregrade à bis zum toxischen Colon
  • Therapie akut: Corticoide (Budesonid), 5-Amino-Salicysäure, Immunsuppressiva, monoklonale Ab TNF-alpha
  • Intervall-Therapie: Mesalacin (5-Amino-Salicylsäure), Sulfasalazin (Vorstufe davon)à Targeting weil von Darmbakt. zersetzt

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Quellen:

Pharmakologie und Toxikologie; Mohr, Lüllmann

Klinische Pharmazie Seminar in der Universität Bonn

 

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