Morbus Parkinson Krankheit und Therapie

Die Morbus Parkinson Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung. Der prominenteste Parkinson Patienten ist die US Boxlegende Muhammad Ali. Im Laufe der Zeit sterben im Gehirn, in der Substantia nigra dopamnierge Rezeptoren ab,  der so herbeigeführte Mangel an Dopamin führt dann schließlich zu den Symptomen dieser Krankheit, welche auch unter dem Namen der “Schüttellähmung” bekannt ist.  Im Moment ist nur eine symptomatische Therapie möglich. Allerdings kann man, dank der voranschreitenden Forschung, die Krankheit stark hinauszögern und viele neue Arzneimittel stehen in der Pipeline. Bleiben Sie ihre Therapie treu und bleiben Sie am Ball. Fragen sie regelmäßig Ihren Apotheker oder Arzt um  Neuigkeiten in diesem Bereich.

Symptome der Krankheit die sogenannte Symptomtrias

  •   Tremor  (Zittern)
  •   Rigor (Muskelsteifigkeit)
  •   Akinese (Bewegungsarmut)

Die verminderte Aktivität dopaminerger Neurone führt vor allem zur  Akinese. Und die verstärkte Aktivität cholinerger Interneurone  zu  Rigor und Tremor.

Dopamin ist ein wichtiges Biogenes Amin und wird gebildet  aus Tyrosin. Dieser Neurotransmitter ist aufgrund ihrer Polarität nicht Blut-Hirn-Schranke gängig.

Im Nachfolgenden sind derzeitige Therapiemöglichkeiten aufgelistet.

Neurodegenerative Erkrankung besonders im Bereich der dopaminergen Neurone der Basalganglien (Schüttellähmung) die symptomatische Therapie:

 

Medikamentöse Therapie
Eine Möglichkeit ist die Steigerung der zentralen Dopaminkonzentration. Mit Levodapa (L-Dihydroxy-phenylalanin). Levodopa ist bei älteren Patienten der GOLDSTANDARD. Levodopa ist Blut-Hirn-Schranke Gängig und wird zusammen mit Dopa-Decarboxylaseinhibitoren angewendet (Vermindert Levodopa Abbau vor der BHS).
•    Carbidopa (Nacom® Komb. mit L-Dopa)
•    Benserazid (Medopar® Komb. mit L-Dopa)
COMT-Hemmstoffe (Catechol-O-Methyltransferase) [OH-Gruppen]
Entacapon (Comtess®)  ist ein peripherer COMT-Inhibitor und verhindert so den Abbau von Dopamin und Levodopa

  • Komb. + Carbidopa + L-Dopa
  • NW: Rotfärbung Urin

Tolcapon (Tasmar®) ist im gegensatz zu Entacapon auch ein zentraler und peripherer COMT-I.

  •  Lebertoxizität (strenge Überwachung)
  • Stark wirksam

MAO-Inhibitoren (Mono-Amino-Oxidasen) enzymatischer Abbau von Dopamin
MAO-A befindet sich in der Körperperipherie
•    Moclobemid (MAO A selektiv)
o    Ind: Depression + Antriebslosigkeit
•    Traylcypromin (MAO A unselektiv & irreversibel)
o    NW: Gefahr hypertone Krisen
MAO-B = Corpus striatum
•    Selegilin (Antiparkin) irreversibel, selektiv
o    Abbau zu Metamphetamin, deshalb hier die Empfehlung die Einnahme bis Mittag)
•    Rasagilin (Azilect) irreversibel, selektiv
o    Dopaminerge Agonisten (1.Wahl bei Patienten unter 70 Jahre)
Pharmakokinetik: verzögerter Wirkeintritt, längere HWZ (oft Komb. mit L-Dopa)
NW: Somnolenz (Benommenheit, Schläfrigkeit)
Lysergsäure-Derivate ( Mutterkorn Alkaloide) - Ableitung von Mutterkornpilz Claviceps purpurea

  • Bromcriptin, Lisurid, Cabergolin
  • sind alle D2-Rezeptoragonisten
  •  Kontraindikation: Herzklappenveränderung
  • Bromocriptin hemmt auch die Prolaktinfreisetzung und wird bei Abstillen eingesetzt

Nicht- Lysergsäure-Derivate

  • Ableitung nicht von Mutternkornalkaloiden
  • Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin, Piribedil
  •  D2-Rezeptoragonismus
  • Rotigotin auch als TTS weniger Fluktuationen

Apomorphin – D2-Rezeptor-Agonist – breites Anwendungsgebiet

  • Reservemittel bei akinetischen Krisen
  • Antiemetische Begleitmedikation
  • Emetikum bei Vergiftungen
  • Bei Erektiler Dysfunktion

Verringerung der zentralen Acetylcholin-Konzentration

  • Muskarin-Rezeptor-Antagonisten
  • Atropin-Derivate: Benzatropin, Biperiden, Trihexyphenidyl, Metixen
  • Wirkung v.a. gg. Tremor und Rigor
  • NW: wie alle Parasympatholytika Obstipation, Mundtrockenheit usw.

Verringerung der zentralen Glutamat-Konzentration

  • NMDA-Rezeptor-Antagonisten (N-Methyl-D-Aspartat) Liganden gest. Ionenkanal
  • Bei leichten Symptomen oder Komb. zu L-Dopa
  • Reservemittel bei akinetischen Krisen

Amantadin (PK-Merz®), hier ist eine EKG-Kontrolle notwendig

  • Budipin (Parkinsan) Nicht kompetetiver NMDA-Rezeptor-Antagonist
  • EKG-Kontrollen, CYP 2D6 Interaktionen
  • Nur nach strenger Indikationstellung

Nicht medikamentöse Therapie

  • Tiefe Hirn-Stimulation
  • Komplexer operativer Eingriff – Elektroden über Bohrloch einführen
  • Implantierung Impuls-Generator Drahtverbindung
  • Reversible Hirnstimulation für 3-7 Jahre

 

Quellen:

  • Professor Mohr Pharmakologie Vorlesung Universität Bonn
  • Taschenatlas Pharmakologie: Heinz Lüllmann Klaus Mohr Lutz Hein