Cialis ist ein Potenzmittel, das zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingesetzt wird und sich von anderen PDE-5-Hemmern unter anderem darin unterscheidet, dass die Wirkung bis zu 36 Stunden lang anhalten kann. Dieser Artikel informiert über die Wirkung, unerwünschte Nebenwirkungen und mögliche Risken, die in Verbindung mit der Einnahme von Cialis und dem Wirkstoff Tadalafil auftreten können.

Cialis in der Übersicht:

  • Potenzmittel aus der Wirkstoffgruppe der PDE-5-Hemmer
  • Wirkstoff: Tadalafil
  • maximale Tagesdosierung: 20 mg
  • Zeit bis zum Eintritt der Wirkung: 30 bis 45 Minuten
  • Dauer der Wirkung: bis zu 36 Stunden
  • darf nicht mit Alkohol kombiniert werden

Wirkung von Cialis und Tadalafil

Der Wirkstoff Tadalafil, der unter dem Markennamen Cialis verkauft wird, gehört zur Wirkstoffgruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer. Diese wirken zum einen gefäßerweiternd, zum anderen hemmen sie ein Enzym daran, einen für die Erektion essentiellen Botenstoff abzubauen.

Bei einer sexuellen Stimulation sendet das Gehirn einen Impuls an einen Teil des vegetativen Nervensystems, der unter anderem alle Muskeln im Körper steuert, die der Mensch nicht bewusst ansprechen kann. Dazu zählen neben dem Herzmuskel auch die glatten Muskeln, die an den Innenseiten der Arterien sitzen und durch An- und Entspannung den Durchmesser des Gefäßes bestimmen. Ein angespannter Muskel verengt die Arterie, während ein entspannter Muskel das Gegenteil bewirkt.

Das vegetative Nervensystem gibt diesen glatten Muskeln den Befehl, sich zu entspannen. Dadurch fließt mehr Blut in die drei Schwellkörper des Penis. Um den Prozess zu unterstützen, schüttet der Körper Stickstoffmonoxid aus. Cialis und Tadalafil verstärken die daraus resultierende Erweiterung der Gefäße zusätzlich. Um die Erektion über einen gewissen Zeitraum halten zu können, wird außerdem ein Botenstoff ausgeschüttet, der zyklisches Guanosinmonophosphat genannt wird, kurz cGMP. Er ist maßgeblich für die Weiterleitung von Signalen innerhalb einer Zelle verantwortlich und senkt außerdem den Kalziumspiegel im Blut, was zu einer weiteren Entspannung der Muskeln führt. 

Bei einem gesunden Mann wird nach einiger Zeit das Enzym Phosphodiesterase-5 ausgeschüttet. Dessen Aufgabe ist es, den Botenstoff cGMP zu deaktivieren. Dazu verfügt es über kleine Andockstationen auf seiner Oberfläche, in die der Botenstoff genau hineinpasst. Einmal angedockt, wird cGMP von PDE-5 absorbiert und abgeschaltet. 

Bei einem Mann, der unter einer erektilen Dysfunktion leidet, erfolgt die Ausschüttung von PDE-5 entweder zu früh oder es wird zu viel des Enzyms produziert. Tadalafil hemmt die Wirkung des Enzyms, indem es in Form und Größe dem Botenstoff cGMP zum Verwechseln ähnlich sieht und anstelle des Neurotransmitters die Andockstationen auf dem Enzym belegt. Dadurch kann cGMP nicht mehr aufgenommen werden und verbleibt für längere Zeit im synaptischen Spalt, wodurch die Erektion länger bestehen bleibt.

Dosierung von Cialis

Cialis gibt es in folgenden Dosierungen:

  • 2,5 mg
  • 5 mg
  • 10 mg
  • 20 mg

Neben der verlängerten Wirkungsdauer ist es vor allem ein Merkmal, das Cialis von allen anderen PDE-5-Hemmern unterscheidet: Die Tabletten können in niedriger Dosierung täglich eingenommen werden, um auch spontane sexuelle Erlebnisse zu ermöglichen.

Die Standarddosis beträgt 10 mg. Sollte diese Dosis nicht ausreichen, um eine befriedigende Wirkung zu erzielen, kann sie auf 20 mg erhöht werden. Dabei handelt es sich um die maximale Tagesdosis. Tabletten mit 10 mg bzw 20 mg sind nur zur Bedarfsanwendung gedacht und werden rund 30 Minuten vor dem Sex eingenommen. Die tägliche Einnahme dieser Dosierungen ist nicht empfehlenswert.

Sollten Sie über eine besonders hohe sexuelle Energie verfügen und davon ausgehen, dass Sie Cialis häufiger als zweimal pro Woche anwenden, empfiehlt sich die tägliche Einnahme von 5 mg Tadalafil. Bei zu häufig oder zu stark auftretenden unerwünschten Nebenwirkungen kann diese Dosis auf 2,5 mg am Tag herabgesetzt werden.

Nehmen Sie eine Tablette mit ausreichend Wasser. Ob Sie das Medikament mit einer Mahlzeit oder zwischen zwei Mahlzeiten einnehmen, hat auf die Wirkung keinen Einfluss.

Die gleichzeitige Einnahme von Cialis und Alkohol kann zu einem lebensgefährlichen Abfall des Blutdrucks führen und sollte daher in jedem Fall unterbleiben.

Verlängerte Wirkungsdauer

Cialis ist das einzige Potenzmittel aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer, das mit einer Wirkungsdauer von bis zu 36 Stunden aufwarten kann. In dieser Zeit kann der Mann so oft Sex haben wie er möchte und dabei auch wiederholt zum Orgasmus kommen. 

Die lange Wirkungsdauer ist in Hinsicht auf Alkoholkonsum und die Einnahme bestimmter Medikamente unbedingt zu berücksichtigen.

Mögliche unerwünschte Nebenwirkungen

Tadalafil kann wie die meisten pharmazeutischen Wirkstoffe unerwünschte Nebenwirkungen haben. In der Regel klingen diese nach Absetzen des Medikaments von alleine wieder ab. Sollte es zu unerwartet starken Nebenwirkungen kommen oder haben Sie Tadalafil aus Versehen überdosiert, setzen Sie sich bitte mit einem Arzt in Verbindung. 

Die häufigsten Nebenwirkungen sind

 

  • Kopfschmerzen
  • Hitzegefühl
  • Verdauungsschmerzen und -beschwerden
  • Rötungen des Oberkörpers
  • Gliederschmerzen

 

Zu den gelegentlich auftretenden Nebenwirkungen zählen

 

  • Ohnmacht
  • Übelkeit
  • Nasenbluten
  • Überempfindlichkeit
  • Herzrhythmusstörungen

 

Selten auftretende Nebenwirkungen sind

 

  • zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
  • schmerzhafte Erektion
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt

Kontraindikationen für Cialis und Tadalafil

  • Überempfindlichkeit gegen Tadalafil
  • gleichzeitiger Einnahme von anderen gefäßerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis
  • schweren Herz-Kreislauferkrankungen wie instabiler Angina Pectoris oder einer schweren Herzmuskelschwäche und nach einem Schlaganfall, der weniger als sechs Monate zurückliegt
  • schwerem Lungenhochdruck
  • schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
  • niedrigem Blutdruck mit einem Systolenwert von weniger als 90mmHg
  • erheblichen Erkrankungen der Augennetzhaut oder einem beschädigten Sehnerv aufgrund einer Durchblutungsstörung