Dyspeptische Beschwerden - Gastrointestinaltrakt, Magenbeschwerden

Dyspeptische Beschwerden oder Magebeschwerden ist ein Sammelbegriff für einen Krankheitskomplex. Fast jeder Dritte in Deutschland klagt regelmäßig über Magenbeschwerden. Hier einmal verschiedene Begriffe, Ursachen und die Therapiemöglichkeiten. Aktuelles aus der Medizin

 Gastritis, Magenentzündung – Ulcus ventriculi Die Ursache für eine Gastritis ist die Schädigung der Magenschleimhaut aufgrund von Ungleichgewicht zwischen Schleimhautschutz und Produktion von Salzsäure. Vor allem Kaffee, Alkohol, scharfes Essen, Stress & unregelmäßige Lebensführung verschärfen eine Gastritis. Auch NSAID´s, also Nichtsteroidale Antirheumatika ind Ulcerogen. Grenzen der Selbstmedikation sind erreicht bei krampfartigen Schmerzen, Dauer über 14 Tage, Blutiges Erbrechen/ Stuhlgang und  Gewichtsverlust.

Therapie Neutralisation der Säure Antazida

  • Magaldrat – Al(OH)3 & Mg(OH)2
  • NaHCO3
    • Nebenwirkungen sind: Hypernatriämie à Bluthochdruck, Freisetzung CO2 im Magen (Aufstoßen, Bläh.)

Sucralfat

  • Basisches Al-Salz sulfatierter Saccharose
  • Bildet Neutralisierenden Film auf Schleimhautdefekten aus

Hemmung der Salzsäure-Produktion Misoprostol

  • Halbsynthetisches Prostaglandin-Derivat
  • Fördert Schleimproduktion und vermindert die Säurebildung
  • Kaum Verwendung wegen NW: Bauchschmerzen, Diarrhöen, Menstr.-Stör., Weheninduktion
  • Kombination mit Diclofenac à Abmilderung der Schleimhautschädigung des Diclofenac´s

H2-Antihistaminika

  • Cimitidin, Ranitidin, Famotidin, Nizatidin, Roxatidin

Protonenpumpen-Hemmer

  • Kovalente Bindung an H+/K+-ATPase à irreversible Protonenpumpenhemmung
  • Omeprazol (nicht mit Clopidogrel [CYP2C19]), Pantoprazol
  • NW: Intestinale Beschwerden (Verdauung), selten Sehstörungen

  Erkrannkungen des Magens wegen Bakterien und Eradikation des Helicobacter pylori

  • Tripeltherapie 1 Woche
  • Kombination: Omeprazol, Clarithromycin, Amoxicillin, (Alternativ: Metronidazol)
  • Falls durch Resistenz kein Erfolg erzielt wurde -->  Sequentialtherapie à 5 Tage *prazole + Amoxicilin à dann: 5 Tage *prazol + Clarithromycin + Metronidazol

Therapie einer Hypoazidität des Magensaftes

  • Mangel an Salzsäure – Verdauungsvorgang gestört – Motorik verlangsamt
  • Zufuhr von Säuren (Acidum hydrochloricum, Acidum citricum)
  • Gabe Proteinasen

Obstipation Ursachen

  • „Moderne“ Ballaststoff-arme Ernährung
  • Verengung des Darmlumens (Tumor, Strikturen)
  • UAW durch Psychopharmaka, Antidepressiva, Opiate, Verapamil

Laxanzien

  • Füllungsperistaltik auslösende Stoffe
    • Quell- oder Ballaststoffe
    • Pflanzliche Fasern: Leinsamen
  • Osmotisch wirksame Laxantien
    • Glaubersalz, Bittersalz
    • Darmirritierende Laxantien
      • Dünndarm-irritierende Laxans
        • Rizinolsäure (Rizinusöl)
  • Dickdarm-irritierende Laxans
    • Anthrachinon-Derivate
    • Diphenolische Laxanzien (Bisacodyl – Dulcolax)
    • Chronischer Gebrauch à Gefahr Abhängigkeit, Hypokaliämie, Kolon-Atonie
    • Gleitmittel
      • Paraffinum Subliquidum
        • Gefahr: Fremdkörperreaktionen in der Lunge
  • Natrium-dioctyl-sulfosuccinat (Docusat)

Gastrointestinale Prokinetika Arzneimittel, welche die Passage von Nahrungsbrei durch den Verdauungstrakt beschleunigen

  • Metoclopramid (MCP) [ analog: Bromoprid ]
    • D2-Rezeptor-Antagonisten
    • NW: Extrampyrimidale Störungen
    • Domperidon
      • D2-Rezeptor-Antagonisten
      • Keine EPS, da ZNS nicht erreicht wird
      • Motilin
        • Motilin-Rezeptoren auf Neuronen im Darm / körpereigenes Peptidhormon

Durchfall; Diarrhö Ursachen: Gestörte Funktion des Darmepithels aufgrund von Entzündlichen Veränderungen oder Bakterientoxinen (Hemmung Na-Cl-Co-Transporter aber Na-Glucose-Transporter bleibt Fkt.fähig)

  • Loperamid
    • Nicht zentral-gängiges Opioid (keine ZNS-Wirkung)
    • Nicht bei Kindern unter 2 Jahren
    • Steigert Pendelbewegung und senkt Propulsivmotorik
    • Racecadotril
      • Enkephalinase-Hemmstoff à Körpereigene Opioide wirken länger
      • Auch bei Kindern/Säuglingen zugelassen
      • Orale Rehydrations-Lösung
        • NaCl + Glucose + Wasser

Morbus Crohn – Colitis Ulcerosa Chronische Entzündungen der Darmwand

  • Durchfall, häufige Defäkation, Blut- und Schleimbeimengungen, Ulceration, Schmerzen, schlechtes Allgemeinbefinden)
  • Verläuft in Schüben, verschiedene Schweregrade à bis zum toxischen Colon
  • Therapie akut: Corticoide (Budesonid), 5-Amino-Salicysäure, Immunsuppressiva, monoklonale Ab TNF-alpha
  • Intervall-Therapie: Mesalacin (5-Amino-Salicylsäure), Sulfasalazin (Vorstufe davon)à Targeting weil von Darmbakt. zersetzt

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Pharmakologie und Toxikologie; Mohr, Lüllmann

Klinische Pharmazie Seminar in der Universität Bonn