Erektionsstörungen durch Impotenz-Gen

Die erektile Dysfunktion, also Erektionsprobleme, betreffen bis zu 8 Millionen Männer allein in Deutschland. Gesprochen wird über Potenzprobleme schon seit Anbeginn der Menschheit, sogar die großen Philosophen und Geistigen Ihrer Zeit sprachen schon vor tausenden von Jahren über das Problem, was auch heute noch die Männerwelt beschäftigt. Und wie allgemein angenommen leiden nicht nur ältere Männer, wenn diese auch wesentlich häufiger betroffen sind, unter Potenzproblemen. Auch junge Männer sind betroffen.

Gründe für Impotenz sind vielfältig. Von körperlichen Problemen wie Durchblutungsstörungen über Nebenwirkungen von Medikamenten wie Betablockern bis hin zu psychischen Problemen wie Burnout oder Depressionen können viele einzelne Dinge zu Problemen mit der Potenz führen. Forscher wollen nun herausgefunden haben, dass auch eine genetische Disposition schuld an Erektionsproblemen sein kann. Erfahren Sie hier im Folgenden, welche Merkmalsveränderung wohl am Problem beteiligt ist und wie Forscher mit dem neuen Fund an einer Heilung arbeiten können.

Wann spricht man von Impotenz?

Wenn über einen Zeitraum von 6 Monaten mehr als Dreiviertel aller Versuche, eine Erektion zu erlangen und zum Orgasmus zu kommen, scheitern, kann allgemeinhin von einer erektilen Dysfunktion ausgegangen werden. Natürlich schließt sich an eine Vermutung eines solchen Ausmaßes eine gründliche Anamnese bei einem Vertrauensarzt an, bei der körperliche als auch psychische Ursachen abgeklärt werden. Oft sind gerade bei älteren Männern, die Medikamente für gesundheitliche Probleme wie Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder Herzprobleme einnehmen, Erektionsprobleme auf Nebenwirkungen solcher Medikamente zurückzuführen. Hier kann eine geschickte Auswahl von Medikamenten oder der Einsatz eines geeigneten Potenzmittels wie Viagra, Cialis oder Levitra schnell und nebenwirkungsarm Erfolg zeigen.

Bei jüngeren Männern sind häufig eher psychische Probleme für Erektionsprobleme verantwortlich. Hier kann eine Sexualtherapie in Kombination mit einer Stressreduktion schnell zu einer Besserung führen. Können weder körperliche noch psychische Ursachen festgestellt werden, wurde die erektile Dysfunktion rein symptomatisch mit Potenzmitteln wie Viagra behandelt. Soll es nun eine tieferliegende, genetische Ursache für Erektionsprobleme geben, die bisher unentdeckt und nicht behandlungsfähig war?

Gibt es ein Impotenz-Gen?

Umfassende Daten für zuverlässige Aussagen über eine genetische Komponente von Impotenz zu erhalten, war bisher kaum möglich, da Vergleichsstudien umfassend und langfristig angelegt werden müssen, um zuverlässige Daten zu produzieren. Einen Hinweis auf die Beteiligung der Gene gaben allerdings bereits seit einigen Jahren Zwillingsstudien, bei denen festgestellt werden konnte, dass etwa ein Drittel des persönlichen Risikos, an Erektionsproblemen zu erkranken, genetisch bedingt ist. Ob dafür ein Gen oder eine spezielle Disposition verantwortlich war, konnte mit Studien dieser Art allerdings noch nicht bestimmt werden.

Genvarianten bei Impotenz

Nun bringt eine groß angelegte Studie der Wissenschaftler Jorgenson und Kollegen in Oakland mehr Licht ins Dunkel. In ihrer Assoziationsstudie, bei der der genetische Code von 36.649 US-amerikanischen Männern ausgewertet und anschließend mit einem davon unabhängigen Datensatz von über 220.000 britischen Männern verglichen wurde, konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Das Chromosom 6 rückte für die Wissenschaftler in den Fokus der Forschung. Hier konnten nahe des SIM1-Gens wiederkehrende Varianten an einer Position des Chromosoms aufgegriffen werden und stehen im Verdacht, Potenzprobleme auszulösen oder zu begünstigen. Die Wissenschaftler um Jorgenson konnten feststellen, dass das Risiko an Erektionsproblemen zu erkranken um 26 Prozent erhöht war, sofern diese Genvariation vorliegt. Besonders interessant dabei ist, dass dieser Prozentsatz unabhängig von weiteren entscheidenden Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen oder Übergewicht steht.

Blockierte Signalwege fördern Impotenz

Den Wissenschaftlern zufolge gehört das SIM1-Gen zum Signalweg der Sexualfunktion. Es ist nicht direkt Teil dessen, fungiert aber als eine Art Schalter, der reguliert, auf welche Weise das Gen abgelesen wird. Weitere Untersuchungen können jetzt zeigen, wie Therapieansätze bei der Blockierung der Signalwege hilfreich sein können und wie Betroffenen, die bisher ohne Diagnose und Therapie geblieben sind, geholfen werden kann.

Neue Behandlungsansätze für erektile Dysfunktion

Die neuen Entwicklungen im Bereich der Diagnostik der am häufigsten auftretenden Problemen bei Männern sind vielversprechend. Behandlungsmöglichkeiten, die beteiligte Genvarianten berücksichtigen, stecken noch in den Kinderschuhen, aber sind nach einer erfolgreichen Entwicklung so erfolgreich wie kaum eine andere Art der Therapie. Bis Gentherapien für eine Prädisposition bei Erektionsproblemen verfügbar sind, können bekannte und seit Jahrzehnten eingesetzte Potenzmittel mit PDE-5-Hemmern wie Sildenavil oder Avanafil für Betroffene zufriedenstellende Linderung schaffen und wieder für Zufriedenheit im Schlafzimmer sorgen.