Die Hexal AG wurde im Jahr 1986 von den Brüdern Andreas und Thomas Strüngmann in Deutschland gegründet. Die Hexal Chemie GmbH & Co. KG verkauften die Gründer im Jahr 2005 an die schweizerische Unternehmensgruppe Novartis. Seit 2005 ist Hexal dort im Teilkonzern Sandoz integriert. Mit Hauptsitz in Holzkirchen und weiteren Standorten bei Magdeburg und Rudolstadt und einer Mitarbeiterzahl von 3.700 ist Hexal einer der führenden Hersteller von Generika auf dem deutschen Markt. Hexal führt 400 Wirkstoffe im Generikabereich, darunter bekannte Mittel wie ACC® akut, Gingium oder MomentaHEXAL.

Mutterkonzern Novartis

Die schweizerische Novartis AG wurde im Jahr 1996 aus der Fusion zweier Pharma- und Chemieunternehmen, Ciba-Geigy und Sandoz, gegründet und ist heute eines der größten Biotechnologie- und Pharmaunternehmen weltweit. Bereits die Gründung von Novartis war 1996 die größte Unternehmensfusion überhaupt. Heute ist Novartis im weltweiten Vergleich das 63. größte Unternehmen der Welt. Mit einer Mitarbeiterzahl von 135.700 und einem Börsenwert von über 200 Milliarden USD ist Novartis eines der wertvollsten Unternehmen überhaupt.

Sortiment

Hexal führt sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie Produkte in Ihrem Sortiment. Mit mehr als 400 unterschiedlichen Wirkstoffen auf dem Markt ist Hexal einer der vielseitigsten Pharmaunternehmen weltweit. Folgende Produktbereiche können für Hexals Sortiment kategorisiert werden:

Rezeptfreie Medikamente

  • Erkältung, Fieber und Schmerzen
  • Potenzmittel
  • Beruhigung und Nerven
  • Haut, Wunden und Körperpflege
  • Muskeln, Gelenke und Rheuma
  • Verdauung
  • Allergie
  • Herz, Kreislauf und Durchblutung
  • Pflanzliche Arzneimittel
  • Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsergänzung

Rezeptpflichtige Medikamente

  • HIV & Hepatitis
  • Schilddrüse
  • Suchtmedizin
  • Autoimmunerkrankung
  • Gehirn und Nerven
  • Onkologie

Einen besonders großen Anteil des Umsatzes macht Hexal mit Biosimilars. Sie nehmen den Großteil der Umsatzgenerierung ein. Das Unternehmen Novartis hat Hexal vor allem wegen seinem Geschäft mit Biosimilars generiert und strebt eine Marktführerposition in diesem Bereich an.

Das Geschäft mit den Biosimilars

Im Geschäftsbericht der Novartis-Gruppe aus dem Jahr 2017 ist zu entnehmen, dass Sandoz mittlerweile 5 in der EU zugelassene Biosimilars hat. Weitere Anträge sind in Bearbeitung. Aber was sind Biosimilars eigentlich?

Was ist ein Biosimilar?

Bei einem Biosimilar handelt es sich um ein Nachahmerprodukt eines Medikamentenwirkstoffs, beispielsweise eines Proteins. Nach Ablauf des Patentschutzes, der bei Medikamenten üblicherweise 20 Jahre beträgt, darf dieser Originalwirkstoff auch von anderen Herstellern nachgebaut werden. Im Gegensatz zu klassischen Arzneistoffen, die in einer Molekülstruktur vorliegen, können biotechnisch erzeugte Stoffe nicht völlig identisch sein. Zulassungsverfahren und entsprechende Überwachungsmaßnahmen sind daher wesentlich aufwendiger als bei der Herstellung von Generika.

Biosimilar unterscheiden sich häufig in andersartigen Glykosylierungsmustern und Proteinkonformationen, welche die Ergebnisse in der Pharmakokinetik beeinflussen. Aus diesem Grund dürfen Biosimilare nicht Biogenerika genannt werden. Gleichbleibend ist natürlich, dass, genau wie ein Generikum, bei einem Biosimilar kein klinisch nachweisbarer Unterschied in Bezug auf Wirkung und Sicherheit nachweisbar sein darf.

Vorteile von Biosimilars

Hersteller von Biosimilars, wie es auch Hexal ist, heben besonders die Vorteile von Biosimilars hervor. So können durch stark reduzierte Preise in den Online-Apotheken die Preise häufig so stark runtergeschraubt werden, dass ein hochkomplexes und vorher für viele Patienten unerschwingliches Produkt für eine große Anzahl an Menschen zugänglich gemacht wird. Hervorgehoben werden kann hier besonders die Zugänglichkeit in Schwellen- und Entwicklungsländern, in denen nach dem Wegfall eines Patents nur noch ein Bruchteil des ehemaligen Verkaufspreises des Originals beschafft werden müssen, um eine Behandlung zu ermöglichen.

Trotz des deutlich reduzierten Preises und der leichten Variabilität des biologischen Produkts ist das Biosimilar dem Originalprodukt so ähnlich, dass es keine medizinischen Unterschiede in Bezug auf Sicherheit, Qualität und Wirkung gibt. Für das Biosimilar werden stets eigene Studien zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erstellt, bevor eine Zulassung geschieht.

Bekannte Biosimilar von Hexal

  • Epoetin alfa Hexal
    Der Wirkstoff Erythropoetin, der aus einem Glykoprotein besteht, wird zur Behandlung von Blutarmut bei Dialysepatienten eingesetzt. Hier kann nach einem Nierenversagen die Blutbildung permanent gestört sein. Auch eine aggressive Chemotherapie kann die Blutbildung negativ beeinflussen. Hexal erhielt 2007 die Zulassung für die Produktion Ihres Biosimilars Epoetin alfa Hexal.
  • Erezil
    Erezil ist Hexals Biosimilar zum Originalmedikament Etanercept. Hexal erhielt im September 2017 die Zulassung für Erezil. Eingesetzt wird der Wirkstoff zur Behandlung von Psoriasis und rheumatischen Erkrankungen. Es handelt sich bei Etanercept um ein gentechnologisch hergestelltes Protein aus der Gruppe der Immunsuppressiva.
  • Filgrastim Hexal
    Das Glykoprotein G-CSF wird während einer Chemotherapie eingesetzt, wenn die Werte der weißen Blutkörperchen abfallen. G-CSF wirkt sowohl auf reife als auch auf die Vorläuferzellen der Granulzyten und wird häufig bereits prophylaktisch eingesetzt. Hexal hält die Zulassung für das Biosimilar seit 2009.