Impotenz – Eine Frage des Alters?

Das Thema Impotenz ist so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Schon vor vielen Tausend Jahren wurde die erektile Dysfunktion als Krankheit wahrgenommen und behandelt. Die Manneskraft wird traditionell auch über die Potenz gemessen und natürlich ist die Diagnose Impotenz genau deshalb auch so niederschmetternd für Männer jung und alt. In der Tat sind Erektionsprobleme wohl altersbedingt, das belegen aktuelle Studien, die die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion untersucht haben. Lernen Sie hier mehr über erektile Dysfunktion und Impotenz im Alter  und ob junge Männer überhaupt von Impotenz betroffen sind.

Kennzahlen der erektilen Dysfunktion

Erektionsstörungen treten, ungeachtet der allgemeinen Wahrnehmung, in allen Altersstufen auf. Ursachen und Häufigkeit der erektilen Dysfunktion variieren allerdings stark in den unterschiedlichen Altersstufen. Bei Männern unter 40 Jahren sind lediglich etwa 2,3 % der Männer von Impotenz betroffen, in der nächsten Altersstufe sind es bereits 9,5 %. 15,7 % der 50 bis 59-Jährigen klagen über Erektionsprobleme, während es bei den 60 bis 69-Jährigen bereits über 34 % sind. Schließlich ist jeder 2. Mann über 70 Jahren von Potenzproblemen betroffen. Allein in Deutschland sind 4 bis 6 Millionen Männer betroffen, in den USA sind es geschätzte 18 Millionen Männer.

Was ist Impotenz?

Leidet ein Mann unter Impotenz, so hat er Probleme damit, eine Erektion zu bekommen oder eine Erektion bis zum Orgasmus zu halten. Treten in einem Zeitraum von 6 Monaten bei etwa zwei Drittel der Versuche, eine Erektion zu erzeugen, Probleme auf, spricht man von erektiler Dysfunktion. Am häufigsten ist als Ursache zu benennen, dass nicht mehr genügend Blut in die Schwellkörper des Penis gelangen kann, um den Penis erigieren zu lassen. Dabei ist bei älteren Männern häufig eine Arteriosklerose verantwortlich, bei der Plaqueablagerungen in den Arterien dafür sorgen, dass nicht mehr genügend Blut einfließen kann.

Impotenz bei jungen Männern

Junge Männer unter 40 Jahren, die unter Impotenz leiden, zeigen einige Auffälligkeiten im Gegensatz zu älteren Patienten. Studien konnte zeigen, dass sie durchschnittlich schlanker waren, einen höheren Testosteronspiegel und seltener Krankheitsbilder wie Bluthochdruck oder Diabetes aufwiesen als ältere Patienten mit erektiler Dysfunktion. Was allerdings herausstach war, dass junge betroffene Männer häufiger ohne Vaterfigur aufgewachsen sind und ihnen eine männliche Bezugsperson während Kindheit und Pubertät fehlte. Betroffene Männer waren häufig introvertierter, hölzerner und davon überzeugt, dass ausschließlich organische Ursachen für ihr Leiden verantwortlich gemacht werden konnte. Junge Männer leiden also eher nicht unter einer physisch bedingten Impotenz, sondern unter psychischen Problemen, die als Begleiterscheinung eine erektile Dysfunktion mit sich bringen.

Gründe für Impotenz

Schaut man sich die Gründe für Impotenz an, wird schnell deutlich, warum die Krankheit altersbedingt häufiger auftritt. Gerade bei jüngeren Männern lassen sich häufig keine körperlichen Ursachen für Erektionsprobleme feststellen. Hier sind es häufig psychische Probleme und Stress, die eine erektile Dysfunktion verursachen.

  1. Psychogene Erektile Dysfunktion

Können bei jungen wie älteren Männern keine organischen Ursachen für Durchblutungsprobleme im Penis gefunden werden, wird eine psychogene erektile Dysfunktion vermutet. Hier kann eine psychosexuelle Therapie als alleinige Therapie häufig ausreichend sein. Häufig wird sie aber als Kombinationstherapie mit klassischen Potenzmitteln wie Viagra, Cialis oder Levitra empfohlen. In kleineren durchgeführten Studien mit Männern, die im Durchschnitt 32 Jahre alt waren, konnte die Anzahl betroffener Männer mithilfe der Kombinationstherapie innerhalb von sechs Monaten halbiert werden. Erektionen waren zufriedenstellender und auch die allgemeine Zufriedenheit wurde positiver bewertet als vor der Therapie.

  1. Impotenz durch Diabetes Mellitus

Diabetes Mellitus Typ 1 und 2 sind anerkannte Ursachen für Erektionsstörungen. Häufig treten diese aufgrund jahrelang erhöhter Blutzuckerwerte auf. Diese führen zu Gefäß- und Nervenschädigungen, die die sexuelle Erregbarkeit im Penis und das Lustempfinden negativ beeinflussen können. Die optimale Einstellung der Blutzuckerwerte kann Nervenschädigungen nicht mehr rückgängig machen. Bekannte Potenzmittel können aber die Erektionsfähigkeit wieder umfangreich wiederherstellen. Impotenz durch Diabetes tritt mit ansteigendem Alter häufiger auf. Diabetes Mellitus Typ 2 ist stark durch falsche Ernährungs- und Lebensgewohnheiten bedingt, die sich mit steigendem Alter vermehrt bemerkbar machen

  1. Impotenz aufgrund von Testosteronmangel

Männer, die unter einem zu niedrigen Testosteronwert leiden, haben häufig, aber nicht gezwungenermaßen, Erektionsprobleme. Für einen Testosteronmangel kann bei jungen Männern eine Störung der Schilddrüsenfunktion verantwortlich sein. Durch entsprechende Medikamente sollte sich der Testosteronmangel zufriedenstellend beheben lassen, so dass auch Erektionsprobleme der Vergangenheit angehören. Ein sinkender Testosteronwert ist mit steigendem Alter allerdings völlig normal. Impotenz bei älteren Männern kann also durch die natürlich sinkenden Testosteronwerte häufiger bedingt sein. Mit Potenzmitteln, die PDE-5-Hemmer enthalten, kann hier eine Besserung erreicht werden.

  1. Impotenz durch Medikamente

Einige häufig verschriebene Medikamente können sich negativ auf die Reaktionsfähigkeit auswirken. Einige davon werden häufig älteren Männern verschrieben, so dass Impotenz durch Medikamente im Durchschnitt häufiger bei älteren Männern vorkommt. Hier sollten vor allem Betablocker gegen hohen Blutdruck im Fokus sein. Aber auch Medikamente gegen Depressionen oder entwässernde Medikamente können Potenzprobleme auslösen. Gerade erstere werden häufiger von jungen Männern eingenommen, die unter Leistungsdruck, Burnout oder ähnlichem leiden. Potenzprobleme durch Depressionen haben durch die medikamentöse Behandlung sowohl einen psychischen als auch physischen Aspekt und können natürlich auch bei jüngeren Männern auftreten.

  1. Impotenz durch Arteriosklerose

Die am häufigsten auftretende Ursache für eine erektile Dysfunktion ist die Arteriosklerose. Bei der Arteriosklerose kommt es aufgrund einer ungesunden Ernährung und unzureichender Bewegung zu einer langsamen, aber stetigen Verkalkung der Venen und Arterien im Körper. Hier lagern sich kleine Plaque- und Fettpartikel an den Innenwänden der Blutgefäße ab und verringern den Blutdurchfluss. Durch Arteriosklerose steigt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko sowohl als auch das Risiko für Durchblutungsstörungen, die auch eine erektile Dysfunktion bedingen.

Impotenz durch Arteriosklerose wird durch potente Potenzmittel wie Viagra oder Cialis behandelt. Diese enthalten PDE-5 Hemmer, die die Durchblutungsfähigkeit im Penis für einige Stunden verbessern und so die Erektionsfähigkeit verbessern. Bekannte Wirkstoffe von Potenzmitteln sind Sildenafil, Tadalafil, Avanafil und Vardenafil. Es gibt eine Reihe von verfügbaren Markenmedikamenten und Generika, die nach einem Arztbesuch verschrieben werden können. Rezeptfrei können die Medikamente über einige internationale Online-Apotheken ebenfalls bestellt werden.

Fazit

Es besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Impotenz und dem Alter eines Mannes. Trotzdem sind auch junge Männer von Potenzproblemen betroffen. Während ältere Männer häufig aufgrund physischer Auffälligkeiten unter Impotenz leiden, sind es bei jüngeren Männern häufiger psychische Gründe, die zu Erektionsproblemen führen können.