Gesetzeslage zur Bestellung von Potenzmittel

Von den kleinen blauen Wunderpillen, die zu stundenlangen Abenteuern zwischen den Federn führen, haben wir alle bereits gehört. Doch was ist Impotenz eigentlich und für wen eignen sich moderne Potenzmittel? Lassen sich Potenzmittel rezeptfrei kaufen und was sind die Unterschiede zwischen Viagra, Cialis, Lida und Co.? Hier erfahren Sie alle Fakten rund um Impotenz und naturheilkundliche und moderne Impotenzmittel.

Ist Impotenz ein Problem der modernen Welt?

Schon zu Beginn der Menschheitsgeschichte sprachen Dichter und Wissenschaftler zugleich über das Problem mit der Männlichkeit. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. sprach Herodot bei den Griechen und im 1. Jahrhundert die Dichter Tibullus und Ovid über Impotenz. Damals wurden sowohl physische als auch magische Ursachen für das Problem ergründet. Oft wurden ehemalige Partnerinnen der Hexerei bezichtigt, mit der sie versucht hätten, zukünftige Beziehungen des Verschmähenden zu zerstören und für ewig an sie zu binden.

Heutzutage ist man nun doch schon etwas weiter. Magie ist wohl keine im Spiel, dafür gibt es eine ganze Reihe anderer Ursachen, die für eine sexuelle Funktionsstörung verantwortlich sein kann. Ob diese psychisch bedingt ist oder aufgrund von Durchblutungsstörungen, einen Testosteronmangel oder andere Parameter entstanden ist, kann nur ein Arzt herausfinden. Dieser berät auch zu einer möglichen Therapie und ihren Nebenwirkungen und betreut engmaschig, um das Risiko für gesundheitliche Probleme bei der Behandlung mit einem geeigneten Impotenzmittel zu minimieren.

Was ist Impotenz?

Etwa 6 Millionen Männer leiden in Deutschland an Erektionsstörungen. Damit Erektionsstörungen als Krankheitsbild Impotenz/ Erektile Dysfunktion definiert werden können, müssen Erektionsprobleme über einen Zeitraum von 6 Monaten in etwas zwei Drittel aller Versuche, eine Erektion zu bekommen und zu halten, auftreten. Impotenz ist dabei eher eine veraltete Form der Bezeichnung, steht der Fachbegriff doch sowohl für die mangelnde Erektionsfähigkeit als auch die Unfähigkeit, Kinder zu zeugen.

Was sind die Ursachen für Impotenz?

Für Erektionsprobleme gibt es eine Reihe von Ursachen. Die häufigste Ursache ist eine Arteriosklerose, bei der es sich um eine Verkalkung aller Blutgefäße im Körper handelt. Durch den verminderten Blutfluss kann nicht mehr genügend Blut in den Penis gelangen, um eine zufriedenstellende Erektion aufrechtzuerhalten und der Penis erschlafft, bevor es zu einem Samenerguss kommen kann. Durchblutungsstörungen sind besonders häufig bei älteren Männern zu beobachten, die Häufigkeit steigt mit dem Lebensalter an. Bereits jeder dritte Mann über 60 Jahren hat mit einer Erektilen Dysfunktion zu kämpfen.

Ein unzureichend hoher Testosteronspiegel kann sich negativ auf das sexuelle Lustempfinden und die Erektionsfähigkeit auslösen, auch Folgeschäden durch eine Diabetes Mellitus Erkrankung können Ursache für Impotenz sein. Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten kann sich ebenso negativ auf die Potenz auswirken. Zu den bekanntesten Übeltätern zählen Betablocker gegen einen zu hohen Blutdruck, Entwässerungsmedikamente, Mittel gegen Depressionen oder auch Lipidsenker.

Was sind Potenzmittel?

Bildergebnis für PDE-5-Hemmer?

Potenzmittel sind synthetische oder natürlich vorkommende Stoffe, die die Erektionsfähigkeit bei Männern wiederherstellt. Natürliche Mittel wie Ginseng, Safran, Maca oder auch Geiles Ziegenkraut werden seit Jahrhunderten verwendet, um Erektionsprobleme zu behandeln. Eine hochwirksame synthetische Alternative ist seit etwa 20 Jahren verfügbar.

PDE-5-Hemmer – Hochwirksame synthetische Potenzmittel

Phosphodiesterase-5-Hemmer, kurz PDE-5-Hemmer, bilden die aktive Wirkstoffgruppe, auf der alle synthetischen Potenzmittel basieren. Sildenafil war der erste PDE-5-Hemmer, der 1998 auf den Markt kam. Durch Zufall während einer Studie zur Behandlung von Herzerkrankungen entdeckt, revolutionierte der Wirkstoff, als Viagra von Pfizer patentiert und weltweit verkauft, die Behandlung von Erektionsproblemen von Grund auf. In der weiteren Entwicklung konnten verwandte Wirkstoffe entdeckt und zugelassen werden. Vardenafil, Tadalafil und Avanafil sind, genau wie der Wirkstoff Sildenafil, in einer schier unfassbaren Bandbreite an Markenmedikamenten und Generika auf dem Markt verfügbar. Jedes Medikament ist in seiner Wirkung identisch aufgebaut, durch die unterschiedliche Bioverfügbarkeit unterscheiden sich die Wirkstoffe aber in Punkten Nebenwirkungen und Wirkungsdauer teils erheblich.

Wie wirken PDE-5-Hemmer?

Wird im Körper eine sexuelle Erregung ausgelöst, werden Botenstoffe ausgesandt, die die Durchblutung im Penis verstärken. Das Enzym Phosphodiesterase baut diese Botenstoffe ab und lässt damit die Erektion abflauen. PDE-5-Hemmer verhindern den Abbau der Botenstoffe und erhalten die verstärkte Durchblutung im Penis aufrecht. Durch das zielgerichtete Ansetzen direkt am Enzym lösen Potenzmittel, wie vielfach angenommen, an und für sich keine Erektion aus. Sie helfen demnach nur, wenn sexuelle Erregung besteht und führen nur zu einem erigierten Penis, wenn es gewünscht ist.

Die meisten Potenzmittel müssen punktuell eingenommen werden, also etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr und dürfen nur einmal in 24 Stunden angewandt werden. Die allgemeine Wirkdauer beträgt 5 bis 6 Stunden. Einer der Wirkstoffe, Tadalafil, zeigt für bis zu 36 Stunden Wirkung und kann im Rahmen einer Dauertherapie eingenommen werden.

Potenzmittel im Vergleich

Ob Viagra, Cialis, Levitra, Kamagra oder Xenical – sie alle haben eins gemeinsam: Ihre Wirkung beruht auf PDE-5-Hemmern. Vier verschiedene sind momentan für den Markt zugelassen, die da wären Sildenafil, Avanafil, Vadenafil und Tadalafil.

  1. Sildenafil

Das bekannteste Potenzmittel, dass Sildenafil als aktiven Wirkstoff enthält, ist Viagra. Daneben gibt es unzählige Generika. Die Einnahme wird etwa eine halbe bis ganze Stunde vor dem Geschlechtsverkehr empfohlen. Die Wirkung hält etwa 5 Stunden an. Medikamente mit dem Wirkstoff Sildenafil dürfen innerhalb von 24 Stunden nur einmalig eingenommen werden.

  1. Vardenafil

Impotenzmittel mit dem Wirkstoff Vardenafil sollten eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Sie wirken etwa 5 bis 6 Stunden. Auch hier sollte lediglich eine Einnahme innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

  1. Tadalafil

Tadalafil ist einer der neueren Wirkstoffe auf dem Markt. Das entsprechende Markenmedikament Cialis, dessen Patent Ende 2018 ausgelaufen ist. Cialis wird auch die „Wochenend-Pille“ genannt, denn Tadalafil wirkt nach einer einmaligen Einnahme bis zu 36 Stunden. Es ist weitergehend der einzige Wirkstoff, der in einer geringen Dosis für eine Dauertherapie zugelassen ist.

  1. Avanafil

Bereits etwa 10 Minuten nach der Einnahme wirkt sich Avanafil positiv auf die Erektionsfähigkeit aus. Der neueste unter den PDE-5-Hemmern weist eine gute Verträglichkeit auf und wirkt mit einer Wirkzeit von etwa 6 Stunden etwas längere als andere PDE-5-Hemmer.

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von PDE-5-Hemmern treten in der Regel lediglich leichte Nebenwirkungen auf. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Oberkörperrötung, Schwindelgefühle, Rückenschmerzen und eine beeinträchtigte Sicht zu beklagen. Selten oder sehr selten treten Verdauungsprobleme, hoher Blutdruck und Brustschmerzen auf.

Die Verträglichkeit von Potenzmitteln ist außerordentlich gut. Aufgrund des hohen Leidensdrucks von Betroffenen werden leichte Nebenwirkungen oftmals gerne in Kauf genommen, um wieder ein erfülltes Liebesleben zu genießen. Die große Bandbreite an Wirkstoffen ermöglicht es bei Nichtvertragen eines Medikaments, dass problemlos ein anderer Wirkstoff ausprobiert werden kann. Auch mit der Dosierung kann experimentiert werden, damit man die für sich persönlich beste Lösung findet.

Einige Männer kommen mit einer hohen Dosis, die beispielsweise in Viagra enthalten ist, nicht gut zurecht und klagen über starke Nebenwirkungen. Eine Alternative stellt die Konstanztherapie mit einer geringen täglichen Dosis dar, die für den Wirkstoff Tadalafil zugelassen ist.

Potenzmittel für Frauen

Bildergebnis für Potenzmittel für Frauen
Synthetische Potenzmittel

Auch Frauen leiden oftmals an Erektionsstörungen, die bisher nur geringfügig mit synthetischen Potenzmitteln behandelbar waren. Seit einigen Jahren gibt es nun eine Zulassung für Lovegra, welches den mit Viagra identischen Wirkstoff Sildenafil enthält. Sildenafil soll sich auch bei Frauen positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken. Eine Auswirkung auf das sexuelle Verlangen, welches bei Frauen eher im Mittelpunkt von Potenzproblemen steht, hat der Wirkstoff nicht.

Natürliche Potenzmittel

Die Natur bietet eine Reihe von Wirkstoffen, die oftmals seit bereits hunderten von Jahren zur Libidosteigerung und Erektionsverbesserung angewandt werden. Berühmte Aphrodisiaka sind sowohl für Mann als auch Frau Austern, Chili oder Ingwer. Auch Sellerie werden durch die enthaltenen ätherischen Öle wahre Wunder zugesprochen.

  1. Ginseng

Ginseng wirkt sich, ob frisch oder getrocknet eingenommen, durch die enthaltenen Saponine positiv auf Libido und Lebensqualität auf. Die Wirkmechanismen entstammen der Phytotherapie, die im Rahmen einer Hormonsubstitution Anwendung findet. Sie ist besonders für Frauen nach der Menopause geeignet.

  1. Maca

Ebenfalls zu den Phytotherapeutika gehörend, ist das peruanische Knollengewächs in den letzten Jahren zu Ruhm gekommen. Studien bestätigen dabei Effekte auf die Fertilität bei Frauen und Männern. Sogar die Qualität der Spermien kann durch Maca gesteigert werden. Maca verstärkt nicht nur die Libido, sondern auch die Leistungs- und Errektionsfähigkeit.

  1. Safran

Nach der Einnahme von Fluoxetin, einem Mittel gegen Depressionen, tritt vermehrt eine Impotenz bei Frauen und Männern auf. Iranische Studien konnten zeigen, dass die Einnahme eines Safranextrakts bereits nach vier Wochen Einnahme bemerkenswerte Verbesserungen in Libido und Erektionsfähigkeit bei Mann und Frau.

  1. Geiles Ziegenkraut

Geiles Ziegenkraut wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) auch Yin Yang Huo genannt und ist das natürliche Pendant zu PDE-5-Hemmern. Eine enthaltene Verbindung blockiert genau wie die synthetischen PDE-5-Hemmer den Abbau von Phosphodiesterase. Wird das Mittel regelmäßig eingenommen, kann es ohne die lästigen Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten wie Viagra und Co. zu einer erheblich verbesserten Erektionsfähigkeit führen.