psychischen Ursachen von Impotenz

Erektionsschwierigkeiten sind belastend. Betroffene Männer fühlen sich häufig allein mit dem Problem, dabei ist die erektile Dysfunktion eine der am häufigsten vorkommenden Krankheitsbildern bei Männern. Ältere Männer sind häufiger betroffen, hier leidet bereits jeder dritte Mann im Alter von 60- bis 69 Jahren an Erektionsschwierigkeiten. Aber auch jüngere Männer sind häufiger betroffen, als allgemeinhin angenommen. Sie leiden häufiger unter einer psychisch bedingten erektilen Dysfunktion, auch psychogene erektile Dysfunktion genannt, die auf großen Stress im Berufs- oder Privatleben zurückzuführen ist und häufig auch mit anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zusammenhängt.

Ursachen für Potenzprobleme

Die Ursachen für Potenzprobleme sind ebenso vielfältig wie die Betroffenen. Durchblutungsstörungen, Nebenwirkungen anderer Medikamente, niedrige Testosteronwerte und viele andere Störwirkungen können sich negativ auf die Potenz auswirken. Oft beiseitegeschoben, stehen psychische Probleme häufig nicht im Mittelpunkt der Ursachenfindung bei der Diagnose erektile Dysfunktion. Dabei sind sie für einen Großteil der Krankheit verantwortlich. Gerade jüngere Männer sind selten von organischen Ursachen betroffen, sondern kämpfen mit psychischen Auslösern, die ihre Erektionsprobleme begründen.

Im Folgenden klären wir über einen der häufigsten, aber oft wenig beachteten Gründe für erektile Dysfunktion auf. Und was genau ist überhaupt eine erektile Dysfunktion? Wie wirken sich psychische Befindlichkeiten auf die Potenz aus und wie kann Betroffenen wirksam geholfen werden? Wir fassen die wichtigsten Punkte hier für Sie zusammen.

Diagnose: Erektile Dysfunktion

Ein erfülltes Sexualleben ist für die allgemeine Zufriedenheit eines Menschen von großer Bedeutung. Oft stellen sich schnell Versagensängste ein, wenn es ab und zu einmal nicht funktioniert. Doch keine Sorge, nicht jede Situation, in der es nicht gleich funktioniert, ist ein Zeichen dafür, dass eine erektile Dysfunktion vorliegt. Bei der Diagnose von behandlungsbedürftigen Erektionsproblemen geht man von einem Zeitraum von 6 Monaten aus, in denen es bei mindestens zwei Drittel der Versuche, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, zu Problemen kommt. Erst dann sprechen Ärzte von einer erektilen Dysfunktion.

Kennzahlen erektile Dysfunktion

Obwohl man Erektionsstörungen vorwiegend ausschließlich bei älteren Männern vermutet, gibt es Betroffene in jeder Altersklasse. Der Anteil der Betroffenen nimmt kontinuierlich mit ansteigendem Alter zu. 2,3 % der Männer unter 40 Jahre sind von Erektionsstörungen betroffen, während es in der nächsten Alterskohorte bereits knapp 10 % aller Männer sind. Dieser Wert steigt bei den über 60-jährigen Männern auf ein Drittel an. Bei den über 70-Jährigen ist die Hälfte aller Männer betroffen. Es wird geschätzt, dass allein in Deutschland 4 bis 6 Millionen Männer unter Erektionsproblemen leiden.

Psychischen Ursachen von Impotenz

Es gibt eine Reihe von Ursachen für Erektionsprobleme. Auch wenn wir uns in diesem Artikel vornehmlich den psychischen Ursachen von Impotenz widmen möchten, stellen wir Ihnen kurz die häufigsten Gründe für eine erektile Dysfunktion vor.

Impotenz durch Diabetes

Jahrelang erhöhte Blutwerte durch Diabetes Mellitus Typ 1 oder 2 können zu irreversiblen Schädigungen in den Nerven und Gefäßen des Körpers führen. Dadurch kann die sexuelle Erregbarkeit im Penis und auch das Lustempfinden stark beeinträchtigt werden. Selbst bei einer optimalen Einstellung der Blutzuckerwerte sind Schädigungen an den feinen Nervenenden nicht mehr rückgängig zu machen. Hier können Potenzmittel mit Phospodiesterase-5-Hemmern helfen, die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen.

Impotenz durch Testosteronmangel

In steigendem Alter ist das Absinken des Testosteronspiegels völlig natürlich. Dieser ist in der Mitte des Lebens am höchstens, sprich bei Männern zwischen 18 und 29 Jahren. Trotzdem können auch bei ihnen verminderte Werte des Hormons festgestellt werden. Häufig ist dieses auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse zurückzuführen und kann mit der richtigen Einstellung dieser schnell behoben werden. Treten aufgrund des altersbedingten Absinkens des Hormonspiegels Erektionsprobleme auf, kann mit gängigen Potenzmitteln wie Cialis, Viagra oder Spedra effektiv und nebenwirkungsarm geholfen werden.

Impotenz durch Medikamente

Medikamente gegen Bluthochdruck oder Depressionen lösen häufig Erektionsprobleme aus. Auch entwässernde Medikamente können der Auslöser dafür sein. Häufig werden Medikamente gegen Bluthochdruck vor allem älteren Männern verschrieben, die durch andere Faktoren wie eine verminderte Durchblutung bereits ein erhöhtes Risiko für Potenzprobleme haben, siehe nächster Punkt.

Impotenz durch Arteriosklerose

Am häufigsten ist die Arteriosklerose Auslöser für die erektile Dysfunktion. Die Arteriosklerose schreitet mit dem Alter voran. Aufgrund unzureichender Bewegung und einer ungesunden Ernährung kommt es zu einer langsamen Verkalkung von Venen und Arterien im Körper. Plaque- und Fettpartikel lagern sich an den Innenwänden der Blutgefäße ab, verengen nach und nach den Raum und behindern den Blutfluss. Erektile Dysfunktion durch Arteriosklerose tritt häufiger bei älteren Männern auf, da dort mehr Plaque und Fett in den körperlichen Blutbahnen akkumuliert wurde. Deutliches Übergewicht und Bluthochdruck weisen auf eine voranschreitende Arteriosklerose hin. Es steigt nicht nur das Risiko für Impotenz, sondern im gleichen Maße auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

Die klassische Behandlung von Impotenz durch Arteriosklerose erfolgt durch bekannte Potenzmittel, die PDE-5-Hemmer enthalten. Bekannte Medikamente sind Viagra, Cialis, Levitra oder Spedra. Diese verbessern die Durchblutungsfähigkeit im Penis und helfen dabei, eine Erektion aufrechtzuerhalten.

Psychogene erektile Dysfunktion

Kommen junge Männer mit Erektionsproblemen zum Arzt, werden eine Reihe von Tests durchgeführt, um körperliche Ursachen auszuschließen. Arteriosklerose ist bei jungen Männern sehr selten, aber es können andere körperliche Ursachen wie Hormonschwankungen oder Schilddrüsenprobleme der Grund für Potenzprobleme sein.

Kann keine körperliche Ursache für die erektile Dysfunktion gefunden werden, gehen Ärzte von einer psychogenen erektilen Dysfunktion aus. Diese tritt häufiger bei jüngeren als bei älteren Männern auf, ist aber in jeder Altersklasse vorhanden. Beziehungsprobleme oder Partnerschaftsprobleme, sexueller Missbrauch in der Kindheit oder psychosexuelle Entwicklungsstörungen sind häufig Auslöser für eine psychogene erektile Dysfunktion. Auch der große Leistungsdruck in der modernen Gesellschaft und Versagensängste verstärken das Problem.

In Phasen von großem Stress schüttet der Körper vermehrt Adrenalin und Noradrenalin aus, welches im Körper dafür sorgt, dass eine Erektion völlig verhindert wird oder erschlafft. Der Mechanismus hat evolutionsbiologische Gründe. In Zeiten von hohem Stress durfte der Körper in keinem Fall Energie außerhalb der Gliedmaßen verlieren, die zum Rennen und Verteidigen notwendig waren. Eine Erektion wurde somit ausgeschlossen. Ein Körper kann zwischen einer Gefahrensituation und Stress durch übermäßig viel Arbeit oder Streit nicht unterscheiden und reagiert auf die gleiche Weise. Die Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin hält den Körper in einer ständigen Habachtstellung, in der Gedanken an sexuelle Erregung keinen Platz haben.

Hilfe bei psychogener erektiler Dysfunktion

Bei Erektionsstörungen, die durch psychische Gründe verursacht werden, hat sich eine Kombinationstherapie aus einer Sexualtherapie und der Gabe von Potenzmitteln bewährt. Die Gesprächstherapie hilft dabei Ängste und Blockaden abzubauen. Auch eine Veränderung der Lebensumstände hin zu weniger Stress und mehr Wohlergehen steht bei dieser Form der Therapie an erster Stelle. Gemeinsam mit wirksamen Potenzmitteln, die den Leistungsdruck durch medikamentöse Hilfe auf ein Minimum reduzieren und die positive Erfahrung der Situation ohne Versagensängste in den Vordergrund stellt, kann innerhalb weniger Wochen und Monate eine zufriedenstellende Situation für Betroffene erreicht werden.

Bei erfolgreicher Therapie kann der Einsatz von Potenzmitteln ohne Probleme ausgeschlichen werden, da keine körperliche Ursache für die erektile Dysfunktion vorliegt. Mit den erlernten Mechanismen, die Männer und ihre Partner in der Sexualtherapie erlernen, haben sie potente Lösungen in der Hand, um ihr Sexualleben wieder in zufriedenstellende Bahnen zu leiten.