Vorzeitiger Samenerguss

Mit vorzeitigem Samenerguss, auch Ejaculatio praecox oder vorzeitige Ejakulation genannt, haben sicherlich so gut wie alle Männer im Laufe ihres Lebens Erfahrung gemacht. Dabei hat der Mann sehr schnell einen Samenerguss, ohne dass ein für beide Parteien befriedigender sexueller Akt stattgefunden hat.

Um über einen vorzeitigen Samenerguss zu sprechen, sollte zuerst definiert werden, was als „frühzeitig“ verstanden werden kann. In der Regel dauert der Akt bei einem durchschnittlichen Mann etwa fünf Minuten. Allerdings ist dies abhängig von jedem Einzelnen, der Situation, der Konstitution und auch den äußeren Umständen. Außerdem ist ein vorzeitiger Samenerguss oftmals auch subjektiv definiert. Auch kann die Partnerin dies anders erleben als der Betroffene selbst.

Bei wem tritt das Problem auf?

Einen vorzeitigen Samenerguss können alle Männer in allen Altersgruppen haben. Wenn das ab und zu geschieht, ist das normal und kein Grund zur Besorgnis. Mehrere Faktoren können dies beeinflussen, zum Beispiel wenn der Mann unter Druck oder Stress steht, Alkohol konsumiert hat oder die Situation ungeeignet ist. Problematisch kann der vorzeitige Samenerguss werden, wenn dies wiederholt geschieht.

Das ist nicht nur wenig befriedigend für beide Sexualpartner, sondern kann eine Beziehung auch belasten. Nicht nur die Frau erlebt wenig oder keine Befriedigung, auch für den Mann ist es wenig befriedigend, wenn es zu schnell zum Samenerguss kommt.

Außerdem verkürzt der Mann das für die Frau wichtige Vorspiel häufig, um dem Problem vorzubeugen. Dabei geht der angenehme Effekt fast vollends verloren. Für die Partnerin ist der eigentliche Akt dann eher unbefriedigend, mitunter sogar schmerzhaft. Sollte dies häufiger vorkommen, ist es möglich, dass sie sich ihrem Partner gänzlich verweigert, was unweigerlich zu Spannungen in der Beziehung führt.

Zum Verständnis der vorzeitigen Ejakulation

In der heutigen Zeit ist alles auf Leistung und einen befriedigenden Lebensstil geeicht. So ist eine vorzeitige Ejakulation eigentlich kein „Fehler“ der Natur. Das kann man verstehen, indem man einen Blick auf die Tierwelt wirft, denn in der freien Wildbahn dient der sexuelle Akt der Erhaltung der Art. Es wäre also nutzlos, den Samenerguss hinauszuzögern. Vielmehr könnte eine Verzögerung gefährlich werden.

Und wie ist es beim Menschen? In der modernen Zeit ist eigentlich alles schneller, stärker, besser. Ein Auto muss schnell sein, ein schneller Service wird als gut empfunden und schnell von A nach B zu kommen ist wünschenswert. Nur im Bett soll es plötzlich lange dauern, was eigentlich nicht dem sonstigen Phänomen der hohen Leistung entspricht.

Die Fähigkeit, den Samenerguss zu steuern und auch hinauszuzögern, wird bei den ersten Sexualkontakten erlernt. Das ist vergleichbar mit der Kontrolle des Wasserlassens. Es gibt aber Fälle, in denen der Mann diese Lernphase nicht erfolgreich durchläuft und es kommt vor, dass er bereits beim Küssen der Partnerin zum Höhepunkt kommt.

Arten und Ursachen des Ejaculatio praecox

Bei dem Ejaculatio praecox unterscheidet man zwei Formen: der primären Form, bei der es angeboren ist, dass der Mann zu schnell zum Samenerguss kommt, und die sekundäre Form, unter der wahrscheinlich der größere Anteil an Männern leidet. Die sekundäre Form entwickelt sich erst im Laufe des Lebens und kann sowohl physische als auch psychische Ursachen haben.

Psychische Ursachen

Die psychischen Ursachen sind wohl am weitesten verbreitet. Zum Beispiel können vorliegende Spannungen in der Beziehung schon zur vorzeitigen Ejakulation führen, da der Mann Angst hat, die Partnerin nicht ausreichend befriedigen zu können. In einigen Fällen ist der Mann einfach zu aufgeregt angesichts des bevorstehenden Sexualaktes. Weitere Ursachen, die psychisch bedingt sind, können Kindheitstraumata, Depressionen, Stress oder größere Sorgen sein.

Körperliche Ursachen

Sicher gibt es auch einige physische Ursachen, die für einen Ejaculatio praecox verantwortlich sein können. Dazu gehören unter anderem Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes. Auch Probleme mit der Prostata können zu vorzeitigem Samenerguss führen. Erkrankungen des Nervensystems, beispielsweise Multiple Sklerose, können ebenfalls ursächlich sein. In manchen Fällen ist einfach eine Hypersensibilität der Penishaut verantwortlich. Auch der Genuss von zu viel Alkohol können dazu führen.

In der Regel ist nicht nur ein Faktor ursächlich für einen vorzeitigen Samenerguss, sondern die Kombination mehrerer Faktoren.

Behandlung des Ejaculatio praecox

Bei der Suche nach einer Lösung des Problems werden Sie auch auf medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten stoßen. Im Allgemeinen werden zwei Optionen geboten:

  • Psychopharmaka, die den vorzeitigen Samenerguss verzögern
  • Lokalanästhesetika, um den Reiz zu mindern

Es gibt Psychopharmaka, speziell Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), die die Nebenwirkung aufweisen, den Samenerguss zu verzögern.  Der Botenstoff Serotonin, der auch als „Glückshormon“ bezeichnet wird, kann sich positiv auf das Sexualleben auswirken. Da der Serotonin-Spiegel durch die Einnahme der Antidepressiva erhöht bleibt, hat dies auch eine gute Wirkung, was die Verzögerung einer Ejakulation angeht.

Da es sich um Psychopharmaka handelt, sollten Sie die Einnahme solcher Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht vornehmen. Auch unseriöse Angebote aus dem Internet sind hier zu vermeiden.

Außerdem können Präparate, die Serotonin enthalten, Nebenwirkungen hervorrufen. Beispielsweise wirken diese Medikamente nicht gleich, sondern müssen mehrere Stunden vor dem Sexualakt eingenommen werden, um die gewünschte Wirkung zu erreichen. Weiterhin können sie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Durchfall zur Folge haben. Bei einigen Patienten kann die Libido gänzlich verschwinden.

Betäubungscremes

Es gibt einige Mittel, die de Penis quasi örtlich betäuben, um so einen vorzeitigen Samenerguss zu verhindern. Diese Mittel sind beispielsweise als Spray erhältlich, das vor dem sexuellen Kontakt auf die Penishaut aufgetragen wird. Diese Sprays sind rezeptfrei in Apotheken, Online Stores und auch in Erotik Geschäften verkäuflich. Auch gibt es spezielle Kondome, die diese Lokalanästhesetika bereits enthalten. Allerdings sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass diese Präparate mit dem Kondom verträglich sind. Auch sollten sie nicht ohne Kondom angewandt werden, da ja die Partnerin nicht ebenfalls betäubt werden darf.

Beliebte Mittel sind etwa Xylocain, Kamistad und EMLA, die ohne Probleme in jeder Online Apotheke bestellt werden können.

Übrigens verwenden einige Männer auch Betäubungsmittel, die eigentlich für den Mund- und Rachenraum angewandt werden, wenn man Halsschmerzen bekämpfen möchte. Der Vorteil dieser Mittel liegt darin, dass man sie unverfänglich in der Apotheke erwerben kann.

Um einem vorzeitigen Samenerguss vorzubeugen, schwören einige Männer auch auf die sogenannten Penisringe. Sie werden über den Penis gestülpt und stauen das Blut. So soll einem zu frühen Orgasmus entgegengewirkt werden. Allerdings sollte man sich die Gebrauchsanweisung vorher gut durchlesen.

Wer sich langfristig ohne Hilfsmittel eines erfüllten Sexuallebens erfreuen möchte, sollte den Gang zu einem Psychotherapeuten nicht scheuen. Dort werden bestimmte Techniken vermittelt, um das Problem auf lange Sicht zu bekämpfen.