Polyethylen in Kosmetikprodukten

Übersetzt aus dem Englischen von Katharina Groß - 2019

 

Polyethylen ist ein Polymer oder Kunststoff, der in einer Vielzahl von Hautpflege- und Schönheitsprodukten verwendet wird. Er kommt unter anderem in Eyelinern, Mascara, Lidschatten, Augenbrauenstiften, Zahnpasta, Duschgels, Shampoos, Lippenstiften, Rouge, Gesichtspudern und Foundation vor. Auch in vielen Hautreinigungs- und Hautpflegeprodukten ist Polyethylen enthalten.  

 

 

Welche Eigenschaften hat Polyethylen?

 

Polyethylen ist ein teilkristalliner und unpolarer Thermoplast, der langlebig ist und viele Eigenschaften hat. Unter anderem dient er als Schleifmittel, Klebstoff, Bindemittel, Füllstoff, Emulsionsstabilisator, Filmbildner, Mundpflegemittel und als viskositätserhöhendes Mittel. Polyethylen ist zudem die Hauptkomponente von Polyethylen Glykolen oder PEG.

 

Funktionen von Polyethylen:

 

Ein beliebter Inhaltsstoff in Hautpflegeprodukten ist Polyethylen. Besonders häufig kommt  dieser Kunststoff in Peelings vor. Denn die kleinen Perlen aus Polyethylen lassen sich perfekt zum Glätten oder Polieren der Haut verwenden. Polyethylen wird häufig in Formeln verwendet, weil es die Eigenschaft hat, verschiedene Inhaltsstoffe wie Make-up-Grundierungen miteinander zu verbinden. Es eignet sich außerdem zum Verdünnen von Feststoffen sowie zum Erhöhen der Dicke von Formulierungen oder auch zum Verhindern der Trennung von Emulsionen in Öl- und Wasserkomponenten. Weiterhin bildet es nach dem Trocknen eine dünnen Schicht auf der Haut, den Haaren oder den Nägeln und wird ebenso als Zahnpasta verwendet. Denn wie gesagt, hat Polyethylen eine Peeling Eigenschaft und poliert die Zähne.

 

Die FDA hat Polyethylen auch für Kaugummi zugelassen. Dank diesem Inhaltsstoff lassen sich Kaugummiblasen erstellen. Polyethylen und modifizierte Polyethylene gehören des Weiteren zu den zulässigen Lebensmittelzusatzstoffen.

 

Sicherheitsmaßnahmen und Nebenwirkungen

 

Polyethylen zählt zu den unbedenklichen Inhaltsstoffen für die Gesundheit. Auch ist der Kunststoff nicht krebserregend. Ebenso gibt es nur wenige Risiken, was Hautreizungen betrifft. Laut einer Studie der National Library of Medicine gibt es ebenfalls keine Hinweise, dass Polyethylen ein Gift für das Immunsystem darstellt. Andere Studien kommen zu dem gleichen Ergebnis. Polyethylen ist demnach weder giftig noch in irgendeiner Art und Weise schädlich für den Menschen. Der BUND sieht ebenso keine Gefahr. Viele Hersteller greifen deshalb zu Polyethylen. Zumal dieser nicht so umweltschädlich ist wie PVC.

 

  • Polyethylen besitzt keine Weichmacher
  • Es lässt sich einfach recyceln
  • Es ist nicht gesundheitsschädigend
  • Bei der Herstellung werden weniger Ressourcen verwendet

 

Trotz Studien, die belegen, dass Polyethylen harmlos ist, wird es von einigen Experten als krebserzeugend angesehen. Bei der Verabreichung an Tiere, die regelmäßig Polyethylen erhielten, kam es zum Teil zu einer Tumorbildung. Allerding wurde den Tieren Polyethylen direkt in den Körper implantiert und zudem in hohen Mengen verabreicht.

 

Mögliche Nebenwirkungen von Polyethylen

 

Produkte und Formeln, die Polyethylen enthalten, können Beschwerden auslösen. Und zwar ist es nicht ratsam, Pflegeprodukte mit diesem Kunststoff zu verwenden, wenn die Haut verletzt oder gereizt ist. Den Kontaminationsbedenken hinsichtlich der Verwendung von Polyethylen in Kosmetika und Hautpflegeformeln wird durch die Feststellung des CIR entgegengewirkt. Das heißt, große Moleküle von Polyethylen können nicht in die Haut eindringen und somit auch nicht in den Körper gelangen.

 

Studien, die sich speziell auf PEGs konzentrieren und bei denen Polyethylen ein Hauptbestandteil ist, zeigen, dass PEGs zwar als sicher für die topische Anwendung auf gesunder Haut gelten, aber Patienten mit schweren Verbrennungen keine Produkte mit Polyethylen verwenden sollten. Denn PEG-basierte, antimikrobielle Creme kann bei längerer Anwendung zu Nierenschäden oder Nephrotoxizität führen. In Studien bei denen Polyethylen auf gesunder und intakter Haut getestet wurde, traten keine Hinweise auf systemische Toxizität auf. Aufgrund der Beobachtung von Nierenschäden bei Verbrennungspatienten wurde der PEG-Inhaltsstoff allerdings als schädigender Stoff qualifiziert. Für die Behandlung von Verbrennungen darf er nicht mehr verwendet werden.  

 

Problematisch für die Umwelt

 

Auch wenn Polyethylen für den Menschen in der Regel ungefährlich ist, so stellt der Kunststoff doch ein Problem dar. Und zwar für die Umwelt. Denn es sammelt sich immer mehr Plastikmüll an. Und nicht jedes Produkt, dass Polyethylen enthält, wird recycelt. Es gelangt dann in die Umwelt. Der Kunststoff ist nicht natürlich abbaubar, wird aber nach einiger Zeit von der Sonne zersetzt. Die Polyethylen-Partikel gelangen dann in die Erde und Umgebung und verschmutzen die Umwelt. Für die Tiere ist das ebenfalls bedenklich. Sie unterscheiden nicht zwischen Futter und Kunststoff und essen diesen oft. Das Plastik ist im Magen unverdaulich. Viele Tiere sterben dann. Wenn sich Polyethylen zersetzt, entstehen so winzig kleine mikroskopische Plastikpartikel, dass selbst Kläranlagen diese nicht herausfiltern können. Deshalb kommen in Lebensmitteln wie Leitungswasser, Salz oder Bier bereits Mikroplastik-Partikel vor. Studien zufolge essen wir über 100 Plastikteilchen am Tag.

 

Verbot von Polyethylen in den USA

 

In den USA wurde der Verkauf von Kosmetik, das mikroskopisch kleine Kunststoffpartikel wie Polyethylen enthält, verboten. Zahnpasta, Gesichtscreme, Haarshampoo und Duschgel mit Polyethylen darf dort nicht mehr in den Handel gelangen. Auch in Europa gibt es ähnliche Bestrebungen. Natürlich ist die Menge an Mikroplastik im Gegensatz zu anderen Kunststoffen gering, doch gibt es natürliche Alternativen, die Hersteller verwenden können. Deshalb hat Beiersdorf versprochen, Polyethylen in allen relevanten Produkten zu ersetzen. Auch die Kosmetikfirmen L’Oreal, Johnson&Johnson und Procter&Gamble wollen Plastikteilchen aus ihren Produkten verbannen. Natürlich müssen die natürlichen Alternativen auf Sicherheit, Wirksamkeit sowie Umweltverträglichkeit überprüft werden. Aber die Hersteller sind auf einem guten Weg.

 

Quelle: truthinaging.com

 

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