Wissenswertes über Kosmetika und Duftstoffe

Übersetzt aus dem Englischen und neu aufgesetzt von Katharina Groß - 2019

 

Viele Produkte, die wir täglich verwenden, enthalten Duftstoffe. Einige dieser Produkte wurden von der FDA als Kosmetika deklariert. Andere gehören zu einer anderen Produktkategorie und werden, je nach Verwendungszweck des Produkts, unterschiedlich reguliert. Hier in diesem Artikel finden Sie alle Informationen zu Düften und Kosmetika.

 

 

 

 

Ein Duftstoffprodukt ist ein Kosmetikprodukt

 

  • wenn es ätherische Öle enthält
  • wenn es sich um eine Aromatherapie handelt
  • wenn das Produkt den Sicherheitsanforderungen entspricht
  • wenn die Duftinhaltsstoffe klar gekennzeichnet sind
  • wenn Phthalate als Duftinhaltsstoffe enthalten sind

 

Ab wann ist ein Duft Kosmetik?

 

Wenn ein Kosmetikprodukt mit Duftstoffen, wie ein Parfüm, ein Aftershave, eine Lotion oder ein Duschgel auf den Körper einer Person aufgetragen werden soll, um attraktiver zu werden, handelt es sich um ein kosmetisches Mittel. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Kosmetikprodukt gut riecht oder geruchsneutral ist – denn Duftstoffe sind auch enthalten, wenn die Lotion oder das Deo frei von Gerüchen ist. Diese können nur von der menschlichen Nase nicht wahrgenommen werden.

 

Einige Kosmetika, die Duftstoffe beinhalten, werden für therapeutische Zwecke oder zur Behandlung beziehungsweise zur Vorbeugung von Krankheiten verwendet und dafür auf den Körper aufgetragen. Auch gibt es Produkte, die zu einer verbesserten Funktion des Körpers führen (wie Muskelgels). Da diese Art der Verwendung immer einen gesundheitlichen Zweck beinhaltet, werden diese Kosmetikprodukte als Arzneimittel deklariert und zudem medizinisch überprüft. Nachfolgend einige Beispiele für Kosmetikprodukte, die als Medikament betrachtet werden:

 

  • Produkte, die Muskelschmerzen lindern
  • Kosmetika, die Kopfschmerzen beruhigen
  • Mittel, die Menschen beim Schlafen helfen
  • Produkte und Präparate zur Behandlung von Koliken

 

Viele andere Produkte, die Duftstoffe enthalten und sich nicht auf den Körper aufgetragen lassen, werden von der Consumer Product Safety Commission reguliert. Beispiele dafür sind Waschmittel, Weichspüler, Raumerfrischer oder Teppichsprays. Angaben auf den Etiketten, Werbeaussagen sowie die Inhaltsstoffe verraten den Verwendungszweck eines Produkts in der Regel bereits.

 

Ätherische Öle und Aromatherapie

 

Ätherische Öle sind Öle, die in der Regel aus Pflanzen und Pflanzenteilen (Blättern, Blüten, Samen, Wurzeln, Rinden) gewonnen werden und rückstandslos sind. Sie enthalten sekundäre Pflanzeninhaltstoffe und keine Fette. Ätherische Öle werden nicht reguliert. Es gibt aber eine Liste, die auf Recherchen des IVDK basiert, und bestimmte ätherische Öle empfiehlt.  

 

Ätherische Öle werden in der Kosmetik vor allem in Aromatherapie-Produkten verwendet. Wenn ein solches Produkt zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten oder zur Verbesserung der Körperfunktion angewendet wird, handelt es sich um ein Medikament. In der Regel ist dieses nicht verschreibungspflichtig. Ein Massageöl mit ätherischen Ölen ist kein Arzneimittel. Es zählt zu den Kosmetika. Sollte das Massageöl allerdings gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen, (die Muskelschmerzen lindern) dann ist es sowohl Kosmetika als auch Medikament.

 

Duftbestandteile in Kosmetika

 

Duftstoffe, die in Kosmetika enthalten sind, müssen bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen. Das Gesetz schreibt für diese Inhaltsstoffe aber keine Food and Drug Administration Zulassung vor. Dennoch müssen sie sicher in der Anwendung sein und die Packungsbeilage des Produkts sollte klare und ausführliche Anweisungen beinhalten. Wer  Kosmetika herstellt oder vermarktet, ist darüber hinaus gesetzlich in der Pflicht, die Produkte sicher und ordnungsgemäß  zu kennzeichnen.

 

Kennzeichnung von Duftinhaltsstoffen

 

Wenn ein Kosmetikprodukt im Einzelhandel verkauft wird, sei es offline oder online, müssen alle enthaltenden Inhaltsstoffe benannt werden. Jede einzelne Zutat ist zu kennzeichnen. Schließlich gibt es Menschen, die auf einen bestimmten Stoff allergisch reagieren. Nach US-amerikanischen Richtlinien dürfen aber bestimmte Duft- und Geschmacksbestandteile einfach als "Duft" oder "Geschmack" aufgeführt werden. So vermeiden Unternehmen, das Geschäftsgeheimnis zu verraten. Denn Kosmetikprodukte sind komplexe Gemische aus verschiedenen natürlichen und synthetischen oder chemischen Bestandteilen. Wenn die genaue Formel vom Unternehmen verraten werden müsste, wäre es nicht mehr wettbewerbsfähig.

 

Allergien und Empfindlichkeiten

 

Wie erwähnt, gibt es Personen, die auf bestimmte Inhaltstoffe in Kosmetika und anderen Produkten, die Duftstoffe enthalten, allergisch reagieren. Zwar sind die Duftstoffe normalerweise nicht gesundheitsgefährdend, doch Allergien und andere Empfindlichkeiten können bei sensiblen Menschen trotzdem hervorgerufen werden. Die FDA verlangt nicht, dass Kosmetika eine Allergenkennzeichnung besitzen. Wer auf bestimmte Duftstoffe empfindlich reagiert, sollte vor dem Kauf des Kosmetikprodukts die Liste der Inhaltsstoffe sorgfältig durchlesen. Wenn Verbraucher Fragen haben, können sie sich direkt an den Hersteller wenden.

 

Phthalate als Duftinhaltsstoffe

 

Phthalate sind in Deutschland unter dem Namen Weichmacher bekannt. Sie werden bestimmten Kosmetikprodukten und Düften hinzugefügt, um diese weicher, flexibler, geschmeidiger oder elastischer zu machen. Das in Duftprodukten verwendete Phthalat ist ein sogenanntes Diethylphthalat oder DEP. DEP ist eine farblose, fast geruchlose Flüssigkeit, die bestimmte Duftstoffe fixiert, das Produkt weich macht und für den berühmten Film sorgt, der sich auf dem Haar oder der Haut bildet. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind sehr gering, sodass keine Risiken bestehen, wenn DEP in einem Kosmetikprodukt enthalten ist.

 

Wie sieht es mit Lotions aus?

 

Eine Lotion ist eine niedrigviskose topische Zubereitung, die zum Auftragen auf die Haut bestimmt ist. Im Gegensatz dazu weisen Cremes und Gele eine höhere Viskosität auf. Das lässt sich auf den geringeren Wassergehalt zurückführen. Lotionen werden mit bloßen Händen, einem Pinsel, einem Tuch oder einer Watte auf die Haut aufgetragen.

 

Während einige Lotionen als Arzneimittel verwendet werden, haben die meisten Lotionen lediglich den Zweck, Hände, Körper und Haut weicher zu machen, zu glätten, mit Feuchtigkeit zu versorgen und möglicherweise zu parfümieren. Zudem kommen Lotionen in bestimmten Kosmetikprodukten wie Sonnencremes, Bräunungsmitteln und Feuchtigkeitscremes zum Einsatz. Kosmetische Lotionen können zudem als Anti-Aging-Lotionen vermarktet werden. In diesen sind in der Regel Duftstoffe enthalten. Die Food and Drug Administration äußerte sich besorgt über diese Lotionen, da sie nicht als Arzneimittel eingestuft werden und die Hersteller mit Anti-Falten-Eigenschaften werben.

 

Produktion von Lotionen

 

Lotionen sind Öl-in-Wasser-Emulsionen, bei denen eine Substanz wie Cetearylalkohol verwendet wird, um die Emulsion zusammenzuhalten. Es werden jedoch auch Wasser-in-Öl-Lotionen hergestellt. Die Hauptbestandteile einer Pflegelotion sind eine wässrige und  ölige Phase, ein Emulgator (um die Trennung dieser beiden Phasen zu verhindern) und ein Wirkstoff oder verschiedene Wirkstoffe. Zudem werden den Lotionen eine Vielzahl anderer Inhaltsstoffe wie Duftstoffe, Vaseline, Farbstoffe, Proteine ​​und Konservierungsmittel zugegeben. Die Dicke und Konsistenz sind die Schlüsselfaktoren der Lotionen. Auch sie können allergische Reaktionen oder Hautkrankheiten wie Akne hervorrufen.

 

Zustazinfo zu Lotionen in Krankenhäusern

 

Da sich die Angestellten im Gesundheitswesen häufig die Hände waschen müssen, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, wird eine Lotion in Krankenhausqualität empfohlen, um Hautdermatitis vorzubeugen, die durch häufige Einwirkung von Reinigungsmitteln in der Seife verursacht wird. Eine Studie aus dem Jahr 2006 ergab, dass die Anwendung von Lotionen in Krankenhausqualität die Rauheit und Trockenheit der Haut signifikant verringert. Es ist darauf zu achten, dass in Krankenhäusern keine Konsumlotionen verwendet werden, da Parfums und Allergene eine Gefahr für Immundefekte darstellen können.

 

Quelle: fda.gov

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