Erektile Dysfunktion / Impotenz

Impotenz oder auch die Erektile Dysfunktion, kurz ED genannt, bezeichnet die Unfähigkeit eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen. 

Eine nebenwirkungsarme Therapie mit Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmer) oder

Testosteron-Ersatztherapie kann hierbei unkompliziert helfen.

Jeder dritte Mann unter den 60- bis 69-jährigen weiß nur zu gut, wovon wir sprechen. Impotenz oder auch die Erektile Dysfunktion, kurz ED genannt, bezeichnet die Unfähigkeit eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen. Passiert dieses über einen Zeitraum von 6 Monaten in etwa dreiviertel der Fälle kann man von einer vorliegenden erektilen Dysfunktion ausgehen. Betroffene empfinden oftmals viel Scham und scheuen den Weg zum Arzt. Dabei kann dieser mit einer nebenwirkungsarmen Therapie mit Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmer) schnell und unkompliziert helfen. Auch eine Testosteron-Ersatztherapie kann bei einem erniedrigten Testosteronspiegel dabei helfen, die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen und eine funktionelle Sexualstörung zu beheben.

Was sind die Ursachen für Impotenz?

Zumeist liegen organische Ursachen als Gründe für Impotenz vor, auch wenn psychische Auslöser ebenfalls verantwortlich sein können für eine Potenzstörung. Verkalkungen der Blutgefäße, die die Blutzufuhr in den Penis behindern, sind am häufigsten Auslöser für anhaltende Erektionsprobleme. Somit können Erektionsprobleme immer auch ein Warnhinweis für einen drohenden Schlaganfall oder Herzinfarkt sein, da alle Arterien im Körper gleichermaßen von einer Arteriosklerose betroffen sind.

Diabetes Mellitus als Ursache für Impotenz

Etwa die Hälfte der Männer, die unter Diabetes Typ-1 oder Typ-2 leiden, sind ebenfalls von Erektionsstörungen betroffen. Durch die oft jahrelang krankhaft erhöhten Blutzuckerwerte treten diabetesbedingte Gefäß- und Nervenschädigungen auf, wodurch der Penis nicht mehr im gewohnten Maße auf sexuelle Reize reagiert. Aufgrund der Folgeschäden an Gefäßen und dem unwillkürlichen Nervensystem kann es zu einem verminderten Lustempfinden und einer verringerten sexuellen Erregbarkeit kommen.

Testosteronmangel als Ursache für Impotenz

Das Absinken des Testosteronspiegels im Laufe des Lebens ist bei Männern völlig normal. Ein ausreichend hoher Hormonspiegel hat allerdings laut neuester Studien einen großen Einfluss auf eine befriedigende Erektion. Dabei kann, muss aber ein Testosteronmangel (Hypogonadismus) nicht unbedingt zu Erektionsproblemen führen. Sollten Probleme bei der Erektionsfähigkeit vorliegen, müssen daher in jedem Fall auch niedrige Testosteronwerte als eine Ursache für Potenzprobleme in Betracht gezogen werden.

Medikamenteneinnahme als Ursache für Erektionsstörungen

Zahlreiche Medikamente haben Erektionsstörungen in ihren Beipackzetteln als Nebenwirkungen aufgelistet. Die bekanntesten Vertreter, die häufiger zu Impotenz führen, sind entwässernde Medikamente, Betablocker gegen zu hohen Blutdruck, Medikamente gegen Depressionen oder Lipidsenker. Sollte ein zeitlicher Zusammenhang zwischen einem ersten Auftreten einer Erektionsstörung und der Einnahme eines neuen Medikaments feststellbar sein, sollte umgehend mit dem betreuenden Arzt über eine Alternativtherapie mit einem anderen Wirkstoffpräparat nachgedacht werden. In keinem Fall sollten Medikamente ohne ärztliche Beratung abgesetzt oder gewechselt werden.

Andere Ursachen für Erektionsprobleme

Neben dem ansteigenden Alter, einem Testosteronmangel oder einer Diabeteserkrankung gibt es noch weitere temporäre und andauernde Ursachen für auftretende Potenzprobleme beim Mann. Sind Nervenbahnen durch einen Unfall oder Bandscheibenvorfall beschädigt, kann auch die Erektionsfähigkeit stark beeinträchtigt sein. Fand eine Strahlentherapie oder eine Operation im Beckenraum oder am Rückenmark statt, können winzige Mikroverletzungen Ursache dafür sein, dass der Penis nicht mehr ausreichend oder langanhaltend erigiert. Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum führt durch den herbeigeführten Blutdruckabfall dazu bei, dass der Penis nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt wird, um zu erigieren.

Diagnosen bei erektiler Dysfunktion

Ihr erster Ansprechpartner ist in aller Regel Ihr Hausarzt, der Sie gegebenenfalls direkt zu einem Urologen überweist. Um herauszufinden, ob eine Potenzstörung vorliegt, sollten konkrete Fragen zum Sexualleben möglichst wahrheitsgetreu beantwortet werden. Es kann hilfreich sein, wenn der Partner oder die Partnerin ebenfalls mit dem Arzt sprechen kann. Ebenfalls wichtig für die Ursachenfindung ist es herauszufinden, ob es in der Nacht oder am Morgen Spontanerektionen vorhanden sind. Sind diese vorhanden, kann mit großer Wahrscheinlichkeit eine organische Ursache für die funktionelle Sexualstörung ausgeschlossen werden. Eine Blutuntersuchung kann wichtige Hinweise auf Risiken wie erhöhte Blutzuckerwerte oder ungesunde Blutfettwerte geben.

Ursachen wie ein Testosteronmangel, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und Bluthochdruck sowie arterielle Durchblutungsstörungen können Gründe für eine erektile Dysfunktion sein. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann der Blutfluss im Penis dargestellt und untersucht werden. Sollte es Anzeichen für eine Arteriosklerose geben, sind weitere Untersuchungen auf koronare Herzkrankheiten unbedingt ratsam.

Können keine organischen Ursachen gefunden werden, kann die erektile Dysfunktion psychisch veranlagt sein. Belastende Lebensereignisse, außerordentliche Stressituationen, Depressionen oder Angststörungen können Gründe für eine temporär auftretende Impotenz sein. In diesem Fall kann die Aufarbeitung gemeinsam mit einem speziell geschulten Therapeuten außerordentlich hilfreich sein.

Therapie - Erektile Dysfunktion beheben

Anhand der Ursachen für Erektionsprobleme leitet sich auch eine mögliche Therapie ab. Liegt ein Testosteronmangel vor, kann die lokale Gabe eines Testosterongels auf die Haut bereits eine zufriedenstellende Besserung der Erektionsfähigkeit hervorbringen. Häufig wird in diesem Fall die Hormontherapie gemeinsam mit einer medikamentösen Therapie mit PDE-5-Hemmern veranschlagt. Die bekanntesten Mittel dieser Kategorie sind Viagra, Cialis und Levitra.

Potenzmittel gegen erektile Dysfunktion

Seit 1998 mit Viagra das erste Potenzmittel auf den Markt kam, hat sich das Sexualleben vieler betroffener Männer weltweit schlagartig verbessert. 20 Jahre nach Markteinführung sind heute wesentlich mehr Auswahlmöglichkeiten in Sachen Wirkstoffen und Herstellern vorhanden.

Alle heutzutage zugelassenen Potenzmittel enthalten aktive Wirkstoffe, die zu den Phosphodiesterase-5-Hemmern gehören. Der erste Wirkstoff Sildenafil in Viagra wurde zufällig während Studien zur Behandlung von koronaren Herzerkrankungen entdeckt. Heute stehen neben Sildenafil verwandte Wirkstoffe wie Tadalafil, Avanafil und Vardenafil in der Verwendung. Sie wirken ähnlich, aber nicht identisch und unterscheiden sich in Kategorien wie Verträglichkeit, Nebenwirkungen und Wirkungsdauer teilweise enorm voneinander. Verträgt man als Patient das eine Mittel nicht, kann es sein, dass man mit einem anderen Wirkstoff keinerlei Probleme hat.

Wie wirken Potenzmittel?

Potenzmittel sind auf Basis von Phosphodiesterase-5-Hemmern aufgebaut. Phosphodiesterase ist ein körpereigenes Enzym, das im Körper Botenstoffe abbaut, die bei sexueller Erregung im verstärkten Maße entstehen und dadurch die Durchblutung im Penis verstärken. Moderne Potenzmittel verhindern mit Ihren Phosphodiesterase-5-Hemmern den Abbau dieser Botenstoffe. Folglich bleibt die Durchblutung, also die Erektion oder Schwellung des Penis, länger bestehen. Überaus praktisch ist, dass die eingesetzten Hemmer nur dann aktiv werden, wenn die entsprechenden Botenstoffe im Körper vorhanden sind, also auch eine sexuelle Erregung verspürt wird. So wird durch Potenzmittel keine künstliche Erektion des Glieds erzeugt, was fälschlicherweise häufig angenommen wird, sondern lediglich eine bestehende Erektion effektiv erhalten, bis sie in einem Samenerguss oder in einem Abflauen der sexuellen Erregung natürlich endet.

Welche Potenzmittel gibt es und wie lange wirken Sie?

Es gibt momentan vier aktive Wirkstoffe, die in einer großen Anzahl an Markenmedikamenten und Generika verwendet werden. Dabei unterscheiden sich Markenmedikamente und ihre Generika nicht in Ihrer Wirkung.

  1. Viagra und Generika
    Viagra und die entsprechenden Generika basieren auf dem aktiven Wirkstoff Sildenafil. Das Medikament wird in der empfohlenen Dosis etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und wirkt bis zu 5 Stunden. In dieser Zeit sind mehrere Erektionen und Samenergüsse möglich. Innerhalb von 24 Stunden darf das Medikament nur einmalig eingenommen werden.
     
  2. Levitra und Generika
    Levitra verwendet den PDE-5-Hemmer Vardenafil. Levitra sollte etwa eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden und wirkt etwa 5 bis 6 Stunden. Innerhalb von 24 Stunden darf das Medikament nur einmalig eingenommen werden. Das Patent für den Wirkstoff Vardenafil lief Ende 2018 aus. Die ersten Generika sind inzwischen auf dem Markt.
     
  3. Cialis und Generika
    Cialis wird auch die „Wochenend-Pille“ genannt und verwendet den aktiven Wirkstoff Tadalafil. Tadalafil wirkt im Gegensatz zu allen anderen PDE-5-Hemmern bis zu 36 Stunden. Der Wirkstoff ist der einzige Wirkstoff, der für eine dauerhafte Therapie (Konstanztherapie) zugelassen ist. Eine geringe Dosierung des Medikaments kann täglich eingenommen werden und ermöglicht so ein spontanes Sexualleben.
     
  4. Spedra und Generika
    Spedra basiert auf dem neuesten der PDE-5-Hemmern, Avanafil. Dieses Potenzmittel wirkt besonders schnell, schon etwa 10 Minuten nach der Einnahme kann eine verbesserte Erektion erreicht werden. Spedra wirkt geringfügig länger als andere Potenzmittel und ist mit einer Wirkdauer von 6 Stunden veranschlagt. 
     
Nebenwirkungen von Potenzmitteln

Das Auftreten von Nebenwirkungen ist stark individuell von der akuten gesundheitlichen Verfassung und generellen Konstitution abhängig. Manche Männer vertragen die hohe Dosierung von Viagra sehr gut, haben aber dafür bei der langfristigen Einnahme von geringen Dosierungen Cialis mit großen Nebenwirkungen zu kämpfen.

Bei allen Potenzmitteln können ähnliche oder identische Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten klagen Anwender über Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase, eine verschwommene Sicht, Hitzewallungen, Schwindelgefühle oder Rückenschmerzen. Selten kommt es zu Brustschmerzen, hohem Blutdruck oder Verdauungsproblemen.

Potenzmittel sind verschreibungspflichtig

Aus gutem Grund sind Potenzmittel ausschließlich nach einer Konsultation mit einem Arzt erhältlich und demnach rezeptpflichtig. Vor der Erstanwendung sollte durch einen Arzt eine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen einer Behandlung mit PDE-5-Hemmern erfolgen.