Hoher Blutdruck genau erklärt!

Die arterielle Hypertonie ist eine der zehn bedrohlichsten Krankheiten weltweit. Auch in Deutschland rangiert sie ganz weit vorne, 20 bis 30 Millionen Deutsche leiden unter Bluthochdruck und viele Millionen mehr kratzen haarscharf an der Grenze zu gesunden Normwerten. Bei den über 60-Jährigen hat bereits jeder 2. behandlungswürdigen Bluthochdruck. Besorgniserregend ist, dass in Deutschland bereits 5 % der Kinder an Bluthochdruck leiden. Darüber hinaus haben erschreckende 50 % der Jungen und 25 % der Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren einen Blutdruck über dem Optimalbereich.

Nicht behandelt kann Bluthochdruck im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Auch eine vorzeitige Verkalkung der Gefäße, Nierenversagen und Sehbehinderungen sind einige der Folgen von Bluthochdruck.

Es stehen heutzutage unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, vor allem aber sind auch Präventivmaßnahmen wirksam, um der Volkskrankheit Bluthochdruck Herr zu werden. Erfahren Sie hier, was genau Bluthochdruck ist, welche Ursachen er hat und wie man selbst feststellen kann, ob man betroffen ist. Lernen Sie alles über Therapiemöglichkeiten und welche interessante Rolle Potenzmittel bei der Behandlung von Bluthochdruck spielen.

Exkurs Blutdruck

Der Blutdruck definiert sich durch den systolischen und diastolischen Druck. Diese beiden Werte beruhen auf der Pump-Phase (Systole) und der Füllungsphase (Diastole) des Herzens, bei denen, stark vereinfacht dargestellt, sauerstoffarmes Blut ins Herz und anschließend sauerstoffreiches Blut aus dem Herzen in die Lunge gepumpt wird. Dabei entsteht durch das Zusammenziehen des Herzens der höhere systolische Druck. Weitet sich das Herz wieder, wird der diastolische Druck erfasst.

Ein gesundes Herz-Kreislauf-System reagiert auf Änderungen der äußeren Gegebenheiten problemlos mit einer erhöhten Herzleistung und einer Eng- oder Weitstellung der Widerstandsgefäße, ohne dass sich der Blutdruck stark verändert. Durch die Regulierungsmechanismen ist bei jedem Aktivitätslevel eine ausreichende Durchblutung gewährleistet.

Blutdruck Normwerte

Der optimale Blutdruck liegt bei Werten unter 120/80 mmHg. Ein niedriger Blutdruck lässt sich bei etwa 110/60 mmHg feststellen. Er führt manchmal zu Schwindel, wird aber dafür auch der Blutdruck der 100-Jährigen genannt. Ein Blutdruck bis zu einem Wert von 139/89 wird als normal oder auch hochnormal bezeichnet. Werden bereits vereinzelt Werte von 140/90 mmHg oder darüber gemessen, spricht man anhand der aktuellen Definition von Bluthochdruck.

Je höher der Blutdruck, desto schädigender ist er für Organe und Gefäße. Weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes verschärfen das Gesundheitsrisiko eines Bluthochdrucks.

Was passiert im Körper?

Liegt Bluthochdruck vor, bedeutet das, dass der Druck in den Blutgefäßen erhöht ist. Das bleibt zunächst völlig unbemerkt, was auch der Grund dafür ist, dass er lange Zeit nicht behandelt wird. Die Organe, darunter vor allem das Herz, nehmen allerdings Notiz und arbeiten gegen den hohen Druck an. Die nachlassende Elastizität der Arterien sorgt für allem mit steigendem Alter für ein höheres Bluthochdruckrisiko. Ablagerungen und Kalk in den Gefäßen versteifen die Arterienwände und verengen Sie. Dadurch muss das Blut auf weniger Raum auskommen, so dass der Blutdruck steigt.

Risikofaktoren für Bluthochdruck

Bluthochdruck gehört zweifelsohne zu den Zivilisationskrankheiten und wird stark über unsere Lebensumstände beeinflusst. Zu den größten Problembereichen gehören, Bewegungsmangel, Stress, Übergewicht, Alkoholkonsum und Salzkonsum.

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  1. Risikofaktor Übergewicht/ Bauchfettsucht

Ein wachsender Bauchumfang ist ein großes Risiko für beginnenden oder bestehenden Bluthochdruck. Neben Übergewicht stellt besonders das übermäßige Wachstum der Fettpolster rund um alle lebenswichtigen Organe ein Problem dar, denn Fettzellen verändern die Ansprechbarkeit über bestimmte Hormone enorm. Wird bei Männern ein Taillenumfang von 98 cm und bei Frauen von 80cm überschritten, lauern die ersten Probleme. Sowohl die Fettgewebszellen als auch Leber- und Muskelzellen sprechen schlecht auf das Hormon Insulin an. Dieses sorgt im Körper dafür, dass es zielgerichtet Zucker abbaut, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Durch ein Zuviel an Fettzellen wird ein Typ-2-Diabetes provoziert. Durch die Insulinresistenz kann der Blutdruck dauerhaft steigen.

Wichtiger als der BMI (Body Mass Index) ist es, den Taillenumfang im Blick zu haben. Auch normalgewichtige Menschen können durch eine ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung ein „Muffin-Top“ entwickeln. Mit steigendem BMI steigt aber natürlich auch tatsächlich das Risiko für eine Insulinresistenz und damit auch für Bluthochdruck.

  1. Risikofaktor Bewegungsmangel

Die meisten Menschen bewegen sich in der heutigen Zeit nicht einmal annähernd genügend. Mit langen Tagen im Büro und noch längeren Abenden auf der Couch bleibt ein gesunder Lebensstil auf der Strecke. Die fehlende Aktivität wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Der Muskelanteil im Körper verringert sich, der Fettanteil vergrößert sich. Lunge, Herz und Kreislauf arbeiten nicht mehr optimal. Kleinste Anstrengungen führen dazu, dass das Herz an seine Grenzen kommt. Knochen und Gelenke sind nicht mehr genügend durch entsprechende Muskeln gestützt und verlieren an Substanz. Und wer meint, dass sich dieses nur auf den physischen Zustand auswirkt, liegt falsch – auch die Psyche leidet. Das Gehirn wird träger und genügsamer und das Gemüt anfälliger.

Alle genannten Faktoren tragen zu Bluthochdruck bei. Wird sanft mit regelmäßiger, moderater Bewegung gegengewirkt, stellen sich schon nach wenigen Wochen ein niedriger Blutdruck ein.

  1. Risikofaktor Stress

Stress ruft im Körper Alarmbereitschaft aus. Adrenalin, Kortisol und Noradrenalin werden ausgeschüttet, der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt. So ist man, evolutionär bedingt und gedacht, in Notsituation leistungsfähiger, reaktionsschneller und impulsiver.

Leidet das vegetative Nervensystem immer wiederkehrend unter einem zu hohen Stresslevel oder ist dieses sogar chronisch zu hoch, sind die feinen Sensoren des Nervensystems nicht mehr dazu in der Lage, den Blutdruck kontinuierlich wieder runter zu bringen. Weitere Faktoren, die auf zu hohen Stress zurückzuführen sind, wie Schlafstörungen, Ärger oder Zeitdruck, beeinflussen den Blutdruck noch zusätzlich negativ.

  1. Risikofaktor Salz

Die empfohlene tägliche Zufuhr von Speisesalz wird hierzulande häufig weit überschritten. Der Verzehr von maximal einem Teelöffel Salz gilt als unbedenklich, auch wenn bereits dieser für empfindlich reagierende Menschen zu viel sein kann. Das Natriumchlorid, welches das normale Kochsalz ausmacht, wirkt sich besonders auf die kleineren Kapillaren aus, die als Folge den Druck nicht mehr gänzlich regeln können und für die Regulation des Blutdrucks so unbrauchbar werden. Es kommt zu Bluthochdruck. Bei salzempfindlichen Menschen kann es darüber hinaus zu Folgeschäden des Herz-Kreislaufsystems kommen. Ist ständig zu viel Salz im Körper, kann der Körper den Blutdruck nicht mehr richtig senken.

  1. Risikofaktor Rauchen

Beim Rauchen werden frei Radikale aufgenommen, die das Endothel angreifen. Das Endothel ist die filigrane innere Schicht der Blutgefäße. Wird diese zerstört, verliert das Gefäß sein Ausdehnungspotential und versteift, eine Arteriosklerose setzt sich in Gang. Darüber hinaus verändert sich die Fließeigenschaft des Blutes, was zu schmerzhaften Durchblutungsstörungen führt. Im schlimmsten Fall wird das s. g. Raucherbein so wenig mit Blut versorgt, dass es amputiert werden muss.

  1. Risikofaktor Alkohol

Größere Mengen Alkohol erhöhen den Blutdruck im Körper. Wird regelmäßig Alkohol getrunken, erholt sich ein erhöhter Blutdruck nicht mehr. Er bleibt dauerhaft erhöht. Darüber hinaus schadet das Gift nicht nur dem Kreislauf, sondern vor allem auch der Leber, dem Entgiftungsorgan des Körpers.

Therapie bei Bluthochdruck

Bildergebnis für Therapie bei Bluthochdruck

Neben den Empfehlungen eines gesunden Lebensstils mit ausreichender Bewegung, einer gesunden pflanzenbasierten Ernährung und wenig Stress sollte Bluthochdruck in ausgeprägten Fällen in jedem Fall medikamentös behandelt werden. Es gibt eine Vielzahl von Wirkstoffen, die zur Behandlung zugelassen sind. Dazu gehören entwässernde Mittel (Diuretika), Kalziumantagonisten, Betarezeptorenblocker und ACE-Hemmer.

  1. Diuretika

Diuretika wirken schon in geringen Mengen blutdrucksenkend, bürgen aber auch die Gefahr einer zu hohen Ausscheidung von Kochsalz und einer zu starken Reduktion des Flüssigkeitsvolumens im Körper.

  1. Kalziumantagonisten

Kalziumantagonisten bremsen den Zufluss von Kalzium in die Zellen. So wird die Gefäßmuskulatur entspannt und die Gefäßelastizität verbessert. Es kann allerdings zu Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Hautreaktionen kommen.

  1. Betarezeptorenblocker

Betablocker blockieren die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin, in dem sie deren Rezeptoren belegen. So verhindern sie, dass durch eine Stressantwort im Körper der Herzschlag beschleunigt wird und der Blutdruck steigt. Sie senken aktiv die Herzfrequenz als auch den Blutdruck.

Potenzmittel zur Behandlung von Bluthochdruck

Seit vielen Jahren werden auch PDE-5-Hemmer, so genannBildergebnis für bluthochdruck viagrate Phosphodiesterasehemmer für die Behandlung von Bluthochdruck verwendet. Das ist der gleiche Wirkstoff, der auch in Potenzmitteln Anwendung findet. Männer mit Erektionsproblemen, die Potenzmittel nehmen, behandeln damit ebenfalls einen vorhandenen Bluthochdruck.

Die Wirkweise von Potenzmitteln ist stets die gleiche, egal welches Potenzmittel eingenommen wird. Markenmedikamente wie Viagra, Levitra, Spedra oder Cialis und deren Generika enthalten Wirkstoffe wie Sildenafil, Avanafil, Tadalafil oder Vardenafil, die alle unter dem Begriff der Phosphodiesterasehemmer, oder auch PDE-5-Hemmer, zusammengefasst werden.

PDE-5-Hemmer wirken sich positiv auf die Weitungskapazitäten der Gefäße im ganzen Körper aus und können so direkt einen zu hohen Blutdruck beeinflussen.