Lungenhochdruck

Ist der Blutdruck im Lungengefäßsystem erhöht, sprechen Mediziner von einer pulmonalen Hypertonie. Mit dem allgemein bekannten Bluthochdruck hat das erst einmal nichts zu tun, denn es betrifft ausschließlich den Blutdruck im Lungengefäßsystem, welches den Blutkreislauf zwischen Herz und Lunge beschreibt. Wie pulmonale Hypertonie diagnostiziert wird und wie sie behandelt werden kann, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Das Lungengefäßsystem im Überblick

Das Herz ist als zentrales Organ für die Versorgung unseres Körpers mit sauerstoffreichem Sauerstoff verantwortlich. Es pumpt unter Normalbelastung etwa 70ml pro Herzschlag durch den Körper. Im Schnitt pumpt es also 5 l pro Stunde zu Organen und den Extremitäten wie Armen und Beinen. Unter Höchstleistungen bei großer sportlicher Aktivität steigt dieser Wert auf nahezu unglaubliche 30 l pro Stunde an.

Im Körper werden zwei Blutkreisläufe unterschieden. Der Körperkreislauf ist der größere der beiden und versorgt alle Organe und den restlichen Körper mit sauerstoffreichem Blut. Im Lungenkreislauf ist die rechte Herzhälfte dafür verantwortlich das Blut über die Pulmonalklappe in die Lungenarterie zu pumpen. Von hier aus verteilt es sich bis in die feinen Verästelungen, die Kapillaren der Lunge. Hier wird es mit Sauerstoff angereichert und fließt anschließend in Venolen und Venen weiter bis zum linken Vorhof. Über die Mitralkappe gelangt es schließlich in die linke Herzkammer. Hier beginnt der Körperkreislauf, bei dem das sauerstoffreiche Blut über die Hauptschlagader hinweg im Körper verteilt wird.

Symptome der pulmonalen Hypertonie

Lungenhochdruck tritt als alleinstehende Krankheit relativ selten auf, sondern ist meist Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eines Lungenproblems. Durch diesen Umstand werden Symptome der pulmonalen Hypertonie häufig übersehen oder mit denen anderer Erkrankungen verwechselt.

Bei einer pulmonalen Hypertonie steht, aufgrund seiner Wichtigkeit für den kleinen Blutkreislauf, besonders die rechte Seite des Herzens im Fokus und Patienten verspüren in diesem Fall eine Rechtsherzschwäche. Anfangs versucht das Organ die Pumpschwäche auszugleichen, in dem es schneller schlägt. Das kann sich in Herzrhythmusstörungen, Herzrasen oder Atemnot bemerkbar machen. Diese tritt zuerst ausschließlich bei Belastung auf, im späteren Verlauf dann auch im Ruhezustand. Betroffene ermüden schneller und sind schlapp. Es kann außerdem zu Kreislaufproblemen und sogar kurzen Ohnmachtsanfällen kommen.

Sobald das Herz keine Ausgleichsmaßnahmen mehr betreiben kann, staut sich das Blut vor der rechten Herzkammer. In diesem Stadium können stark gefüllte Halsvenen sichtbar werden und Brustschmerzen auftreten. Finger und Zehen können leicht blau verfärbt auftreten. Ebenso sind Veränderungen im Unterkörper sichtbar. Beine schwellen an, im Bauchraum kann der Rückstau zu Oberbauchschmerzen und Übelkeit führen.

Tritt Lungenhochdruck als isolierte Krankheit auf, wird er als idiopathische pulmonale Hypertonie bezeichnet. Denn alle genannten Symptome treten auch bei anderen Erkrankungen im Bereich des Herzens oder der Lunge auf. Daher sollten Betroffene, bei denen bereits andere Herz- oder Lungenkrankheiten diagnostiziert wurden, auch immer auf das Vorhandensein einer pulmonalen Hypertonie untersucht werden.

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Wie entsteht Lungenhochdruck?

Bei der idiopathischen pulmonalen Hypertonie, bei der keinerlei andere Herz- oder Lungenkrankheiten vorausgegangen sind, sind häufig Appetitzügler schuld am Lungenhochdruck. In den meisten Fällen aber wir die pulmonale Hypertonie durch eine Linksherzschwäche verursacht. Bei einer Linksherzschwäche wird das Blut im Lungenkreislauf zurückgestaut und wirkt sich auf die Gefäße und den Lungendruck aus.

Auch chronischer Sauerstoffmangel infolge einer chronischen Lungenerkrankung oder krankheitsbedingte Veränderungen innerhalb des Lungengewebes sind Auslöser für Lungenhochdruck. Bei einigen Patienten gibt es auch immer wieder kleine Lungenembolien, bei der sich Gefäße verschließen. Durch das Wegfallen dieser Gefäße erhöht sich der Druck im restlichen Lungenkreislauf und führt zu Lungenhochdruck. Oftmals sind die Ursachen für Lungenhochdruck auch eine Mischung aus den angegebenen Krankheitsbildern und es müssen mehrere Ursachen gleichzeitig behandelt werden.

Diagnose pulmonale Hypertonie

Innerhalb des kleinen Blutkreislaufs arbeiten Lunge und Herz sehr eng miteinander zusammen. Daher ist die gründliche Untersuchung des Herzens bei der Diagnose der pulmonalen Hypertonie besonders wichtig. Weitere wichtige Untersuchungen sind ein EKG, Messung von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid im Blut durch eine Blutgasanalyse, Röntgenaufnahme von Lunge und Herz und ein Lungenfunktionstest.

Bei der Ultraschalluntersuchung des Herzens kann der Arzt Funktion und Struktur des Herzmuskels bestimmen und die Geschwindigkeit des Blutflusses im Bereich der Herzklappen messen. Können diese Werte bestimmt werden, lässt sich auch der Blutdruck innerhalb der Lungengefäße schätzen. In einem weiteren Schritt können, in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, bei einer Röntgenuntersuchung Größenveränderungen des Herzens genauso wie veränderte Lungengefäße sichtbar gemacht werden.

Der Lungenfunktionstest wiederum stellt fest, ob die Lunge die volle Atemkapazität nutzt oder in Ihrer Sauerstoffaufnahme bereits behindert ist. Eine Blutgasanalyse überprüft die korrekte Verteilung der Gase Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff, den pH-Wert und den Säure-Basen-Haushalt im Blut. Werden hier Auffälligkeiten sichtbar, weist das in jedem Fall auf Funktionsstörungen im Herz-Kreislauf-System hin, nicht unbedingt aber auf eine pulmonale Hypertonie.

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Rechtsherz-Katheter für die endgültige Feststellung

Kann ein erster Verdacht bestätigt werden, wird ein Rechtsherz-Katheter eingeführt. Dabei wird über eine Vene, meist am Arm, ein Katheder bis zum Herz vorgeschoben. Ein Arzt kann nun den Druck in der rechten Herzhälfte und in den Gefäßen des Lungenkreislaufs bestimmen und so die Diagnose Lungenhochdruck zweifelsfrei stellen. Durch die exakte Messung kann nun auch der Schweregrad der Krankheit bestimmt werden.

Behandlung von Lungenhochdruck

Betroffenen wird noch vor dem Beginn einer Therapie geraten Risikofaktoren für Herz und Lunge zu vermeiden, um weitere Schädigungen auszuschließen. Anschließend kann sowohl eine kausale als auch eine symptomatische Therapie in Angriff genommen werden. Häufig können beide Ansätze kombiniert angewandt werden.

Ursachenbehandlung

Um Lungenhochdruck effektiv und langfristig zu senken, müssen in jedem Fall die Auslöser gefunden werden, die zu der krankhaften Veränderung geführt haben. Sind beispielsweise Blutgerinnsel für den Anstieg des Lungendrucks verantwortlich, können diese operativ entfernt werden. Auch die Gabe von Gerinnungshemmern kann in diesem Fall steigendem Lungendruck effektiv vorbeugen. Rauchen ist nicht grundsätzlich verantwortlich für Lungenhochdruck, der Verzicht wirkt sich aber in jedem Fall gesundheitlich positiv auf den Gesamtzustand des Körpers und damit auch des Lungenkreislaufsystems aus.

Ebenso kann darüber nachgedacht werden, den Impfstatus den aktuellen Empfehlungen der STIKO anzupassen. So wird vermieden, dass in diesem Fall impfbare Krankheiten durchgemacht werden müssen, die die Lunge zusätzlich belasten können. Zu den vermeidbaren Krankheiten, die eine Starke kurz- oder langfristige Beanspruchung der Lunge mit sich bringen, gehören Pneumokokken-Erreger, die eine Lungenentzündung auslösen können, Keuchhusten oder die Grippe.

Symptomatische Therapie

Die Symptome einer pulmonalen Hypertonie können auf unterschiedliche Art und Weise gelindert werden. Lungenhochdruck, der aufgrund einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung entstanden ist, wird mit zusätzlichem Sauerstoff in Form von Heimsauerstoff und häuslicher Beatmung, meist mit Atemmaske, behandelt.

Ein idiopathisch auftretender Lufthochdruck, also eine alleinige Erkrankung der Lunge ohne anderweitige Probleme an Herz oder Lunge, können mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden. Hier werden Wirkstoffe wie Kalziumantagonisten und Phosphodiesterasehemmer verwendet.

Potenzmittel zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie

Das bekannteste Potenzmittel Viagra enthält den aktiven Wirkstoff Sildenafil, der seit 2005 offiziell für die Behandlung von Lungenhochdruck zugelassen ist. Die Nutzung eines Potenzmittels kann sich also positiv auf die Entwicklung einer pulmonalen Hypertonie auswirken und ist in keiner Weise schädlich bei dem Vorhandensein einer pulmonalen Hypertonie.

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Sildenafil wird zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie offiziell unter dem Handelsnamen Revatio vertrieben, das Wirkstoffverfahren ist dasselbe wie in bekannten Potenzmitteln wie Viagra, Cialis, Levitra oder Spedra.

Alle PDE-5-Hemmer, die auch in Potenzmitteln wie Spedra, Levitra, Cialis oder Viagra verwendet werden, können zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie eingesetzt werden.

Begleitende Herzschwäche behandelt

Für das geschwächte Herz können Entwässerungstabletten, so genannte Diuretika, oder ACE-Hemmer eingenommen werden. Oftmals werden auch AT1-Rezeptorantagonisten verschrieben. Die Flüssigkeit, die sich im oberen Bauchraum oder Armen und Füßen eingelagert hat, wird so über eine erhöhte Harnausscheidung ausgeschieden. So wird das Herz effektiv entlastet und der Blutdruck im Lungenkreislauf gesenkt.

Wenn die pulmonale Hypertonie nicht behandelbar ist

Sind alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft worden, kann ausschließlich eine Transplantation von Herz und Lunge helfen, den Gesundheitszustand des Patienten zu verbessern. Um drastische Maßnahmen wie diese zu vermeiden, ist die gründliche Anamnese und aktive Mitarbeit des Patienten unumgänglich. Eine gesunde Ernährungsweise, regelmäßiger Sport und die Einnahme der empfohlenen Medikamente führen in den meisten Fällen zu einer wesentlichen Verbesserung der pulmonalen Hypertonie.